Zahnräder Netzwerk - Rückblick 2013

Das Jahr 2013 war für das Zahnräder Netzwerk ein erfolgreiches und sehr spannendes Jahr. Wir freuen uns auf das Jahr 2014, das wir weiterhin zum Vernetzen und Fördern von Kreativen nutzen werden.
Das Zahnräder Netzwerk verfolgt das Ziel ein sozialer Inkubator von Muslimen für die Gesellschaft zu sein. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, haben wir uns für das Jahr 2014 viel vorgenommen und hoffen auf eure Unterstützung.
„Ein Zahnrad setzt Kraft in Bewegung“ – Dieses Motto haben wir im Jahr 2013 bestmöglich umgesetzt. Durch den nachhaltigen Austausch und die gegenseitige Unterstützung haben wir alle erkannt, dass wir gemeinsam viel erreichen können, mitgestalten können, verändern können und vor allem unser Miteinander bereichern können. Wir bedanken uns bei allen, die unsere Arbeit sowohl intern als auch extern bestärken und unterstützen.

Januar 2013
Die Bewerbungsphase für die Zahnräder Bundeskonferenz wurde gestartet und machte durch die hohe Anzahl der Bewerbungen deutlich, dass auf der Bundeskonferenz viele tolle Ideen eine Plattform bekommen werden.
Auch die Tagung von „Mitten im Leben- Muslimische Jugenkultur in Deutschland“ , die am 30.01.2013 in Berlin sattfand, war ein erfolgreicher Start für das Jahr 2013, denn auch das Zahnräder Netzwerk war neben I,SLAM und JUMA vertreten.

März 2013
Der erste muslimische Think Tank Deutschlands wird gegründet
Aus unserem Netzwerk heraus hat sich die Idee zum ersten muslimischen Think Tank im gesamtem Bundesgebiet entwickelt. Der Zahnräder Think Tank ermöglicht es muslimischen ExpertInnen aus den verschiedensten Disziplinen, wie Politik, Wirtschaft, Recht, Kultur und Kunst gesellschaftlich relevante Problemfelder zu untersuchen und konstruktive Lösungen zu erarbeiten.

April 2013
Zahnräder Bundeskonferenz
Die Bundeskonferenz in Heidelberg war ein voller Erfolg und begeisterte alle TeilnehmerInnen. Es stellten sich viele tolle Projekte vor, die die Gesellschaft positiv beeinflussen wollen und aktiv partizipieren möchten. Die Teilnehmer verbrachten 3 intensive Tage miteinander, in denen sie viele neue Kontakte knüpften, sowie ihren Horizont erweiterten. Es war eine Konferenz, in der zahlreiche besondere Menschen aufeinander trafen und ihre Emotionen teilten. Gewinner der diesjährigen Konferenz war „Deaf Islam e.V.“, ein Verein, der sich für die Barrierefreiheit in muslimischen Gemeinden einsetzt, indem versucht wird die Gebärdensprache als Verständigungsbrücke zu etablieren.

Juni 2013
Das Zahnräder Netzwerk wurde zur Mitgliederversammlung des Avicenna-Studienwerks
gewählt und durfte seinen Beitrag zur akademischen Exzellenz der Muslime in Deutschland leisten. Das Avicenna-Studienwerk ist ein muslimisches Begabtenförderungswerk, welches den Grundgedanken hat „auf diese Weise an der Heranbildung verantwortungsbewusster und qualifizierter Persönlichkeiten mitzuwirken und diese angemessen auf Führungspositionen in Wirtschaft, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft vorzubereiten.“
Im Juni erschien auch der spannende Beitrag im „enorm Magazin“ zu unserem Zahnräder Netzwerk, wofür wir uns herzlich bedanken.

Juli 2013
Die Bewerbungsphase für das erste muslimische Think Tank Deutschlands wurde gestartet. Wir freuen uns auf die zukünftigen Ideen und Arbeiten, denn es bewarben sich viele ExpertInnen aus den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft.
ZahnräderX NRW trifft ZahnräderX BaWü!
Die Zahnräder X - Gruppen trafen sich erstmals zum gemeinsamen Fastenbrechen im Monat Ramadan. Aber auch in Hamburg, Berlin und Hessen gabs es gemeinsame Fastenbrechen.

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August 2013
Eine sehr interessante Interviewreihe ist aus unserer Bundeskonferenz 2013 heraus entstanden. Interviewt wurden besonders herausragende Projekte, die sich auf der Bundeskonferenz vorstellten. Die Interviews stießen auf große Resonanz, da man die Möglichkeit hat, die Projekte näher kennenzulernen.
Des Weiteren ist ein großartiger Artikel von „Qantara.de - Dialog mit der islamischen Welt“ veröffentlicht wurden, der das Zahnräder Netzwerk wie folgt beschreibt: „Über ethnische Grenzen und innerislamische Differenzen hinweg bringt Zahnräder Muslime aus unterschiedlichsten Fachbereichen zusammen.“ Auch für diesen Artikel bedanken wir uns herzlich.

September 2013
Eine spannende Kampagne wurde ins Leben gerufen: „Warum engagierst du dich?“ Dadurch wollten Zahnräder der Öffentlichkeit mitteilen, warum sie sich ehrenamtlich einsetzen und warum es wichtig ist, aktiv mitzuwirken.

Oktober 2013
MOCAfellows & MOCAfest 2013 in London beim 9th WIEF
Drei Zahnräder haben am World Islamic Economic Forum in London teilgenommen. Der Vorsitzender des Zahnräder Netzwerks Ali Gümüsay hat zu Institutionellem Wandel und Entrepreneurship vorgetragen und dabei die Aktivitäten von Zahnräder vorgestellt.
Die kreativen Zahnräder Nilgün und Tasnim haben an dem internationalen Kunst Festival in London teilgenommen und haben u.a. das Zahnräder Netzwerk vorgestellt. Netzwerken kennt keine Grenzen!

November 2013
Am 2.November fanden die Konferenzen der ZahnräderX Hessen und ZahnräderX BaWü statt. Auf diesen Plattformen konnten sich Projektteilnehmer austauschen, vernetzen und sich über Projektideen auszutauschen.

© Büsra Gürleyen

© Büsra Gürleyen

Dezember 2013
Das jährliche Mitgliedertreffen der Zahnräder ist eine Möglichkeit sich von der Online-Kommunikation zu lösen und sich live zu treffen und den Wandel, sowie die neuen Ziele für 2014 zu besprechen. Das interne Treffen in Duisburg war ein ganz besonderes Ereignis, da sich der neue Vorstand vorstellte. Der neue Vorstandsvorsitzende ist Ibrahim Kahraman, der von Said Haider, dem stellvertretenden Vorsitzenden, unterstützt wird. Ali Aslan Gümüsay, Kübra Gümüsay und Abdulkadir Topal werden dem Zahnräder Netzwerk nun mit ihrer Anwesenheit im Beirat zur Seite stehen.

By |Freitag, 24 Januar, 2014|News|0 Comments

Bericht zum Zahnräder Netzwerk in der „enorm“

Das Magazin „enorm“ hat einen gelungenen Artikel zu unserer Arbeit als Netzwerk für Social Entrepreneurship veröffentlicht, um zu veranschaulichen, was wir als Zahnräder Netzwerk erreichen.
Auch eines unserer Teilnehmerprojekte NourEnergy (Bundeskonferenz 2013) wurde in dem Beitrag mit ihrer Arbeit zur Photovoltaik vorgestellt. Wir bedanken uns bei Marc Winkelmann für den hervorragenden Artikel.
Hier könnt Ihr den Artikel aus der Ausgabe 3/2013 nachlesen.

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Artikel über das Zahnräder Netzwerk in der „enorm“

By |Mittwoch, 22 Januar, 2014|News|0 Comments

Abschiedstext vom Zahnräder Vorsitzenden Ali Aslan Gümüsay

Für mich war und ist wichtig, dass man dann geht, wenn man kann; nicht, wenn man muss. Und so verabschiede ich mich jetzt vom Posten des Vorstandsvorsitzenden bei Zahnräder.

Die wichtigste und erste Aufgabe bei Zahnräder ist, einen Nachfolger zu finden. Ich denke, dass haben Abdulkadir Topal, Kübra Gümüşay und ich getan. Es gibt ein großartiges Nachfolge-Team mit Ibrahim Kahraman und Said Haider im Vorstand, das Zahnräder verändern und voranbringt iA. Im Kernteam sind außerdem so außerordentliche Persönlichkeiten wie Soufeina Hamed, Tuğba Uzak, Levent Kılıç, Büşra Todil, Nezar Mahmoud, Rafiqa Zahra und Suna Damat. Knapp 100 – wie ich finde ganz besondere – Personen wirken bei Zahnräder mit.
Abdulkadir Topal, Kübra Gümüşay und ich werden Zahnräder im Beirat erhalten bleiben.

Seit dem ersten Treffen im März 2010 in Oxford haben wir viel erreicht. Ein Blick auf die Zahnräder Website spricht Bände. Zahnräder hat sich etabliert als sozialer Inkubator für Social Entrepreneurship von Muslimen für die Gesellschaft. Wir unterstützen unzählige Projekte finanziell und ideell und haben Veranstaltungen, die bewegen.

Unser Inkubator ist ein größtenteils virtuelles Gründer- und Innovationszentrum. Soziales Unternehmertum bzw. Social Entrepreneurship befasst sich mit innovativen, meist markt-orientierten Lösungsansätzen, verknüpft mit einer Leidenschaft für ökologische und soziale Nachhaltigkeit. Social Entrepreneurship ist damit eine unternehmerische Tätigkeit, die auf einen positiven gesellschaftlichen Wandel in den Bereichen Bildung, Armut, Umwelt oder Gesundheit zielt.

Soziales Unternehmertum im Zahnräder Netzwerk beruht auf den drei Säulen: Wert, Werte und spirituell-religiöse Weiterentwicklung. Wir streben nach ökonomischer (Wert), ökologisch-sozialer (Werte) und spirituell-religiöser Nachhaltigkeit. Wir unterstützen die muslimischen SozialunternehmerInnen bei der Verwirklichung ihrer vielfältigsten Projekte – von der Idee über die Umsetzung bis hin zum gereiften Ergebnis. Getreu dem Motto: von Muslimen für die Gesellschaft. Für mehr Teilnahme und Teilhabe an unserer Gesellschaft.

Zahnräder sind jedoch nicht die Strukturen oder beschriebenen Prozesse. Zahnräder sind die unglaublich und unersättlich leidenschaftlichen Menschen, die sich mit Körper, Herz und Verstand vollends der nachhaltigen gesellschaftlichen Veränderung widmen. Es sind solche Menschen, die das Mitarbeiten bei Zahnräder wie auch die Teilnahme an den Konferenzen zu einem Erlebnis machen, das ansteckt. Denn sie schafft eine Dynamik des Miteinander Füreinander.

Zahnräder ist intern wie extern gereift zu einer Plattform für professionelle Weiterbildung und Entwicklung sowie nachhaltige Betreuung und Unterstützung. So haben wir interne Weiterbildungsprozesse wie Online-Seminare, genannt Webinare, und speziell entwickelte Leitfäden für unsere TeamleiterInnen. Dazu bieten wir Schulungen und Workshops für Mitwirkende an, Module können z.B. sein Digital Work, Corporate Identity, E-Teams, Leadership, Religion & Wirtschaft, Islamisches Entrepreneurship sowie Vision & Innovation.

Zahnräder ist also ein Ort, wo Menschen lernen und lehren. Dabei möchten wir, gemeinsam bewusst Handeln und bewusstes Handeln ermöglichen und ermutigen. Ziel ist ein nachhaltiges und wertevolles Denken und Agieren in unserer Gesellschaft zu fördern. Wir suchen Menschen, die etwas bewegen möchten und dabei bewegen wir sie. Letztendlich ist Zahnräder gelebte Veränderung.

Wir sind eine Symbiose aus den Werten, die wir haben, und der Gesellschaft, in der wir leben und die wir mitgestalten. Dies ist unsere Identität, die wir erleben und aktiv leben. Wir werden weiter an uns arbeiten – als Individuum, Gemeinschaft und als Institution. Es gibt noch viel zu tun. Ich denke, Zahnräder ist hierfür in guten Händen.

Wir können an uns und durch uns wirken – das Ergebnis entsteht und besteht aus Gottvertrauen.

Ali Aslan Gümüşay, Dezember 2013
Beiratsvorsitzender, Zahnräder Netzwerk


By |Montag, 6 Januar, 2014|News|0 Comments

MOCAfellows & MOCAfest 2013 in London beim 9th WIEF

Nilgün Akinci & Tasnim Baghdadi vom Zahnräder-Team Corporate Design haben im Rahmen des neunten World Islamic Economic Forums in London am MOCAfest teilgenommen. Dabei haben sie viele neue Erkenntnisse und Kontakte knüpfen können und haben ihre Eindrücke als Video und Erfahrungsbericht festgehalten. Nilgün Akincis Bericht gibt einen exklusiven Rückblick auf das MOCAfest und bietet einen Einblick für zukünftige Fellows.

Das war ein Erlebnis ohne Gleichen. Es ist schwer diese 10 Tage in London in einem kleinen Beitrag zusammen zu fassen, da es für mich eine unglaubliche Bereicherung in meinem Leben bedeutet hat. Nach der Heimkehr, als ich geladen war voller Licht und Energie, jedoch ermüdet wi e von einer monatelangen Reise, konnte ich im Ansatz nachvollziehen, wie unser Prophet in einer Nacht das ganze Paradies bereist haben soll. Naja fast ;)

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Als Tasnim und ich uns für das Stipendium beworben habe, hatten wir keinerlei Erwartungen und als wirtschaftsferner Mensch hat mir der Name der Veranstalter World Islamic Economic Forum (WIEF) auch nicht viel gesagt. Aber eins war klar: das aufgestellte Programm des MOCAfellows-Workshops und die darauf folgenden MOCAfest-Ausstellung waren genau das, was mir als freischaffende visuelle Künstlerin gefehlt hatte: Struktur und Planung in der Vermarktung und Verbreitung meiner Werke.

Es wurden 10 internationale KünstlerInnen aus unterschiedlichen Gebieten gewählt: MusikerInnen, FotografInnen, DesignerInnen und visuelle KünstlerInnen. Die RednerInnen und VeranstalterInnen sind etablierte Figuren aus der Kunstlandschaft, die uns wertvolle Informationen vermittelt haben. Wir haben im dreitägigen MOCAfellows-Workshop gelernt wie wir uns einen Business Plan erstellen, Kontakte knüpfen, Finanzierung für Kunstprojekte ermitteln und unsere Arbeit nicht unter seinem Wert verkaufen (was wohl oft in muslimischen Communitys zu Schwierigkeiten führen würde: „Akhi, ich hab da so einen neuen Laden eröffnet, kannst du mir nicht mal ein Schild designen? Und auch gleich die Inneneinrichtung? Würdest du auch meine Hochzeitsfotos machen? Damit würdest du freilich eine gute Tat tun!“ und der Gleichen seien keine Seltenheit). Wir haben gelernt unsere eigene Arbeit wertzuschätzen und wertschätzen zu lassen; wie wir uns selbst „branden“ und als Produkt in unserer Nische auf dem Weltkunstmarkt vermarkten. Jeder hatte seine Schwächen und Stärken, und ich hatte besonders damit Schwierigkeiten, denn was genau macht denn eigentlich so eine Künstlerin? Das ist bei einem Beamten auch nicht so ganz klar, aber da hinterfragt niemand. Als Künstlerin jedoch muss ich mich genau damit außerhalb meiner Kunst beschäftigen, um den Draht zum Betrachter aufbauen zu können.

Der Zeitplan war dicht gewebt. Wir haben während des Workshops quasi unsere Selbst- und Fremdwahrnehmung revolutioniert, mussten dies aber bei einem Smalltalk mit Häppchen beim Empfang beim Londoner Bürgermeister verdauen, wo wir nach dem Workshop das erste Mal die Business-Konnotation in Form von hunderten Anzugträgern in einem Raum bemerkt haben. Schließlich ist das MOCAfest dazu gedacht, Business-PartnerInnen und KünstlerInnen einander näher zu bringen, um zukünftige Projekte gemeinsam realisieren zu können. Auch beim Gala-Dinner, wo Prince Charles persönlich eine Rede darüber gehalten hat, dass wir besonders in Zeiten der Krise über alternative Wege des Wirtschaftens nachdenken müssten, wurde einem der Umfang dieser Veranstaltung, a.k.a. 9th WIEF, klar.

Während wir Höhen und Tiefen durchlebt haben, sind wir Workshop-TeilnehmerInnen uns näher gekommen, als dies sonst mit zufällig zusammen gewürfelten Menschen möglich gewesen wäre. Es sind Tränen der Freude und der Erkenntnis geflossen. Während der Ausstellung auf dem MOCAfest kamen noch weitere unglaublich talentierte KünstlerInnen zusammen, die ausgestellt oder performt haben. Neben dem Rahmenprogramm mit Beiträgen der Kunstschaffenden haben wir teilweise aus dem Stegreif gejammt. Graffiti KünstlerInnen mit Vocalists, MusikerInnen, die unterschiedliche Instrumente gespielt haben (wie Sithar, Sethar, Harmonium, Percussion) jammten mit LeinwandkünslterInnen und KalligrafInnen, Film mit Klängen, alle vereint auf einer Bühne. Die Stimmung war durchgehend FANTASTISCH! (erlaubt mir dieses Capslocking) Und da man das alles nicht in Worte fassen kann sind hier meine zwei Empfehlungen für euch: schaut Euch unser Video an, falls Ihr es nicht schon getan habt und bewerbt Euch für das nächste MOCAfellows Programm im Dubai 2014!

Wir sind im Herzen zu einer Familie zusammengewachsen und meine Erkenntnis daraus ist: This is my tribe. I finally found you.

Nilgün Akinci
Zahnräder Netzwerk
Team Corporate Design

By |Montag, 9 Dezember, 2013|News|0 Comments

Interview #6: Schattenwelten

Das Projekt “Schattenwelten” versucht durch eine Veranstaltungsreihe diverse Künstler zusammenzubringen. Das Ziel dieses tollen Projektes ist es, die deutsche Kultur mitzugestalten und zu prägen. Hierfür wird versucht Künstler aus verschiedenen Bereichen zu versammeln. Weitere interessante Aspekte wurden uns im Interview näher gebracht.

Dies ist das sechste Interview einer Interviewserie, die wir mit den beliebtesten Teilnehmer-Projekten der Zahnräder Konferenz 2013 durchgeführt haben.


ZR: Worum geht’s bei deinem Projekt?

Schattenwlten: Da zitiere ich mal die Beschreibung unserer Facebookseite
- Eine interdisziplinäre Veranstaltungsreihe, die Künstler aus verschiedenen Bereichen vereint: Lyriker, Musiker, Maler, Fotografen und Filmschaffende
- Zusammenspiel zwischen Worten, Klängen, Licht und Schatten
- Ein unerzwungener Umgang zwischen Künstler, Publikum und Veranstalter prägt die Atmosphäre
- Ein Lebensgefühl, das dir erlaubt du selbst zu sein, um dem Anderen sein sich selbst sein zu erlauben.
- Schattenwelten - Ein Abend der Künste

ZR: Wie kann man euch unterstützen/Was braucht ihr?

Schattenwlten: Wir brauchen dringend euer Feedback!; jegliches Feedback ob Kritik oder Lob ist erwünscht. Gerne könnt ihr unsere Facebookseite dazu nutzen, zu liken, zu teilen, zu kommentieren, um eine lebendige Community aufzubauen - das wäre großartig.
Neben dieser großen Unterstützung wären Kontakte zu Künstlern, Musikern, Ton- und Lichtechnikern, Interessierten und andere Bühnen, mit denen wir uns inhaltlich und ideel vernetzen können, für uns interessant.

ZR: Wohin soll es gehen? (Ziele/Träume)

Schattenwlten: Nach Düsseldorf und hoffentlich auch Berlin soll Schattenwelten in weiteren Städten Fuß fassen. Dabei sollte das Motto von Schattenwelten zwar verinnerlicht werden, die Akzentuierung und Umsetzung kann aber gerne dem jeweiligen kulturellen Feeling der Stadt und der Leute angepasst werden.
Teil der Kultur Deutschlands zu sein, vielleicht sogar ein prägender, wäre ein tolles erreichtes Ziel!

ZR: Was hast du von der Zahnräder Konferenz 2013 mitgenommen?

Schattenwlten: Viele freundliche, inspirierende, wunderbare Kontakte: die Wichtigkeit und die Chancen und Vorteile der Vernetzung sind nochmals richtig klar geworden.
Eine bewegende Konferenz, die uns dermaßen bewegt hat, dass wir darauf brennen andere zu bewegen.
Fachlich kompetenter, inhaltlicher Input, Anregungen, Inspiration, Freude …
Den Wunsch, bei der nächsten Konferenz wieder dabei sein zu dürfen, vielleicht um diesmal die fruchtbaren Ergebnisse der Konferenz zu präsentieren.

ZR: Was würdest du anderen Projekten/Startups mit auf den Weg geben?

Schattenwlten: Vernetzt euch! Am Besten natürlich über die Zahnräder
Glaubt an eure Träume/Ziele!
Trennt euer Einkommen von eurem Startup/Projekt. Bleibt finanziell unabhängig, um euch ganz dem Erfolg des Spirits eures Projektes widmen zu können.
So kannst du du selbst bleiben!

ZR: Was ist das Motto, das dich in deiner Arbeit (deinem Projekt) motiviert?

Schattenwelten: SEI DU!:
Lass dich nicht korrumpieren von deinen Wünschen und Begierden.
Lass dich nicht korrumpieren von den Erwartungen deiner Umwelt.
Sei Mensch und lass denn anderen sein Mensch sein.
Sei du, denn keiner ist wie du.

Interview #5: Grüne Banane

Das Projekt „Grüne Banane“ hat primär Kinder und Familien im Fokus und versucht diesen in vielerlei Hinsicht behilflich zu sein. Vor allem wird versucht, die passive Unterhaltung in den Familien zu beheben und ein aktives Miteinander zu schaffen. Näheres zu diesem tollen Projekt wurde uns bei einem interessanten Interview erzählt.

Dies ist das fünfte Interview einer Interviewserie, die wir mit den beliebtesten Teilnehmer-Projekten der Zahnräder Konferenz 2013 durchgeführt haben.

ZR: Worum geht’s bei eurem Projekt?

Grüne Banane: grünebanane.de ist eine Webseite, die all jene pädagogischen und kreativen Ideen, die Vereine, Schulen und Familien für die Kinder in ihrem Umkreis zu islamischen Themen entwickelt haben, sammelt und kostenlos jenen Interessierten zur Verfügung stellt, die auf der Suche nach Bastelideen, Arbeitsblättern, Malvorlagen oder Geschichten sind.
Dazu bieten wir jedem, der seinen Inhalt zur Verfügung stellen möchte, an, diesen unter seiner Autorenschaft auf grünebanane.de zu veröffentlichen und somit auch auf sein Projekt/seine Schule oder seine Institution aufmerksam zu machen.
Alle Inhalte werden vorher mit einem ehrenamtlichen Redaktionsteam überarbeitet, im grünebanane.de-Look zum Download bereit gestellt und auf den Kanälen von grünebanane.de beworben.
Davon können alle profitieren: Vereine und Lehrer, die auf der Suche nach Inhalten für ihren Unterricht oder ihr Kinderfest sind, Eltern und Kinder, die ihre Freizeit ohne Bildschirm-Entertainment und statt dessen mit fördernden Inhalten verbringen wollen, und Institutionen und Anbieter von kindgerechten Produkten, die ihre Idee einem größeren Publikum präsentieren wollen.

ZR: Wie kann man euch unterstützen/Was braucht ihr?

Grüne Banane: Macht grünebanane.de bekannt, so dass viele Kinder und Familien davon profitieren können.
Erzählt von dem Projekt in Eurem Bekanntenkreis, in Eurem Verein oder in Eurer Schule.
Und wenn Ihr selbst eine schöne Idee habt, dann schickt sie uns an [email protected].
Dann kann sie für viele Kinder zu einer Bereicherung und für Dich zu einer Sadaqa Dscharija werden.
Redaktionsmitglieder, die von Zuhause aus einige Stunden pro Woche aktiv mitwirken wollen, sind jederzeit herzlich willkommen.

ZR: Wohin soll es gehen? (Ziele/Träume)
Grüne Banane: Unser erklärtes Ziel ist es, die passive Bildschirmunterhaltung (Handy, Computer und Fernsehen) in den Familien zu reduzieren und Alternativen aufzuzeigen, wie man wieder gemeinsam in der realen Familienwelt Zeit gemeinsam mit Spiel und Spaß verbringen kann.Die Anregung, während Bastelarbeiten, Spielen und Knobelaufgaben, sich über die angesprochenen Themen zu unterhalten, sich gemeinsam mit einer Aufgabe zu beschäftigen und wieder real zu handeln, fördert das Sprachverständnis, die motorische Geschicklichkeit und die emotionale Bindung von Eltern und Kindern.Die Inhalte können darüber hinaus Familien auffordern, sich mit ökologischen, gesellschaftspolitischen, theologischen und sozialen Fragen auseinander zu setzen und neue bewusst-aktive Verhaltensweisen fördern…


ZR: Was hast du von der Zahnräder Konferenz 2013 mitgenommen?

Grüne Banane: Von der Zahnräder Konferenz habe ich viele neue Kontakte und einen exponentiellen Vernetzungsgrad mitgenommen. Die unglaubliche kreative Energie, die sich dort sammelt, war eine spannende Erfahrung, die Hoffnung auf die Zukunft macht.

ZR: Was würdest du anderen Projekten/Startups mit auf den Weg geben?

Grüne Banane: Die muslimische Community ist für Startups kein einfaches Pflaster.
Man braucht einen langen Atem, denn auch wenn viele am Anfang „Ja“ rufen, sind nicht alle am Ende bei der Umsetzung dabei.
Davon darf man sich aber nicht entmutigen lassen, denn zu viele Projekte sind in dieser Phase gescheitert, und die Community hat gelernt, abzuwarten, ob ein Projekt auch wirklich langfristig Bestand hat.
Deshalb: Mit Gottvertrauen durchhalten…

ZR: Was ist das Motto, das dich in deiner Arbeit (deinem Projekt) motiviert?

Grüne Banane: „Wer will schon gelb und reif sein“… das steht auf unseren Teamtassen. Aber auch „Bismillah – grün durchstarten“! Und genau diese Mischung aus Islam und den Bedürfnissen der Kinder gibt unserem Team jeden Tag kreative Bananenpower.

By |Dienstag, 8 Oktober, 2013|News, Projektinterviews|0 Comments

Interview #4: Initiative Kabir

Erdogan Karakayar erzählt uns in einem Interview über sein sehr interessantes Projekt: „Initiative Kabir“. Die Projektidee basiert auf der islamischen Bestattung in Deutschland und versucht, den in Deutschland lebenden Muslimen die Möglichkeit zu bieten, nach ihren Glaubensvorschriften bestattet zu werden.

Dies ist das vierte Interview einer Interviewserie, die wir mit den beliebtesten Teilnehmer-Projekten der Zahnräder Konferenz 2013 durchgeführt haben.

ZR: Worum geht’s bei deinem Projekt?

Erdogan Karakayar: Mein Projekt möchte, wie sicherlich viele andere Projekte auch, auf mehreren Zielebenen erfolgreich sein.
Im Grunde genommen möchte ich unserer hiesigen Gesamtgesellschaft vermitteln, dass Muslime hier geboren werden, sich hier sozialisieren und leben und auch hier sterben werden. Sie sind also, als Deutsche Muslime ein nicht-wegdenkbarer Teil dieser Gesellschaft und gehören zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieses Landes.
Des Weiteren sollen in Deutschland lebende Muslime durch Initiative-Kabir.de auf die Möglichkeit der islamischen Bestattung in Deutschland aufmerksam gemacht werden. Denn viele wissen immer noch nicht, dass es die Optionen gibt auch in Deutschland islamisch konform bestattet zu werden.

ZR: Wie kann man euch unterstützen/Was braucht ihr?

Erdogan Karakayar: Schreibt mir, wenn in Eurer Nähe ein muslimisches Grabfeld existiert oder geschaffen werden soll.
Sendet mir selbstgeschossene Fotos und seid mein AnsprechpartnerIn, wenn ich jemanden für ein Interview zu diesem Grabfeld suche.

ZR: Wohin soll es gehen? (Ziele/Träume)

Erdogan Karakayar: Ich würde mir wünschen, dass alle muslimischen Grabfelder in Deutschland und im deutschsprachigen Raum (Österreich/ Schweiz) dokumentiert werden.
Ich würde mir wünschen, dass Menschen Initiative-Kabir.de als erste Info-Anlaufstelle zu muslimischen Grabfeldern besuchen und sich hier vorab informieren.
Durch diese Initiative soll eine langfristige Dokumentation der muslimischen Sepulkralkultur im deutschsprachigen Raum garantiert werden. Vielleicht kann ich dadurch zur Dokumentation (muslimisch) deutscher Geschichte beitragen.

ZR: Was hast du von der Zahnräder Konferenz 2013 mitgenommen?

Erdogan Karakayar: Zunächst empfand ich die Zahnräder Konferenz 2013 als extrem motivierend.
Ich habe noch auf keiner anderen Veranstaltung so junge, professionelle und hochmotivierte Menschen kennengelernt.
Es war toll andere Facetten und Lebenswelten von jungen Musliminnen und Muslimen in Deutschland zu sehen.

ZR: Was würdest du anderen Projekten/Startups mit auf den Weg geben?

Erdogan Karakayar: Die Projektideen sollen nicht bloße Ideen bleiben, sondern realisiert werden. Ich habe mit Freunden den Weg gewählt einen Verein namens Mosaik-Deutschland.de in Heidelberg zu gründen.
Unsere Intention ist es, tollen Ideen den juristischen Rahmen zu schaffen, der es ihnen erlaubt eventuell interessierte Sponsoren zu gewinnen oder Projektgelder zu akquirieren.
Auf der Konferenz gab es meiner Meinung nach ganz viele Ideen, die das Potential haben ein realisierbares Projekt zu werden, das positiv in die Gesamtgesellschaft hineinwirken kann.

ZR: Was ist das Motto, das dich in deiner Arbeit (deinem Projekt) motiviert?

Erdogan Karakayar: Es gibt genug Menschen auf der Welt, die Dich daran erinnern, wie schön das Leben ist. Vielleicht bin ich derjenige auf dieser Welt, der die Menschen daran erinnert, dass es den Tod gibt und dass das Leben endlich ist.

By |Dienstag, 24 September, 2013|News, Projektinterviews|0 Comments

Interview #3: Islamisches Zentrum in Dresden

Der Gewinner des Jurypreises der Zahnräder Bundeskonferenz 2013 Khaldun Al-Saadi erzählt uns in einem Interview von seinem Bibliotheksprojekt des Islamischen Zentrums in Dresden. Er möchte mit seinem Projekt möglichst viele Lehrpersonen erreichen und ihnen Fachliteratur zur Verfügung zu stellen.

Dies ist das dritte Interview einer Interviewserie, die wir mit den beliebtesten Teilnehmer-Projekten der Zahnräder Konferenz 2013 durchgeführt haben.

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ZR: Bitte erkläre uns dein Projekt kurz und knackig.

Khaldun Al-Saadi: Die Islamische Zentrum Dresden hat eine Bibliothek gegründet, deren Fachliteratur sie auch Dresdner Lehrerinnen und Lehrern an Allgemeinbildenden Schulen zur Verfügung stellen will. Muslimische Schüler übernehmen in diesem Projekt die Rolle von Multiplikatoren und sollen die Schnittstelle zwischen Gemeinde und Lehrern bilden.

ZR: Wie kann man euch unterstützen/ was braucht ihr?

Khaldun Al-Saadi: Wir benötigen Unterstützung beim Aufbau einer Microsite, die über das Projekt informiert und einen Einblick in den Buchkatalog gewährt. Außerdem Beratung bei der Auswahl von empfehlenswerten Büchern.

ZR: Was sind eure Ziele?/Träume?

Khaldun Al-Saadi: Das Ziel des Projektes ist es in einer Stadt wie Dresden, in der Muslime und Nicht-Muslime nur selten die Möglichkeit haben sich kennenzulernen, ein Zeichen für einen offenen Dialog zu setzen. Wir wollen Bildung fördern, weil wir darin einen elementaren Bestandteil zur Prävention von Extremismus und Muslimfeindlichkeit sehen.

ZR: Was hast du aus der ZR Konf mitgenommen?

Khaldun Al-Saadi: Das Gefühl, tatsächlich ein Zahnrades zu sein und mit den anderen Teilnehmern, und damit Zahnrädern, einen Motor zu bilden ohne den unsere Gesellschaft nur beschwerlich vorankommt. Wir werden gebraucht und nehmen unsere Verantwortung wahr. Dieses Potential hat mich enorm beeindruckt.

By |Donnerstag, 5 September, 2013|News, Projektinterviews|0 Comments

Interview #2: Spielen bildet und verbindet

Die Gewinnerin des dritten Platzes der Zahnräder Bundeskonferenz Dr. Jinan Rashid erzählt uns in einem Interview von ihrem Projekt „Spielen bildet und verbindet“, ihren Zielen und Visionen. Es ist das weltweit erste Kommunikationsspiel rund um die fünf Säulen des Islams und erweckt daher sehr viel Neugier.

Dies ist das zweite Interview einer Interviewserie, die wir mit den beliebtesten Teilnehmer-Projekten der Zahnräder Konferenz 2013 durchgeführt haben.

ZR: Worum geht’s bei deinem Projekt?

Dr. Jinan Rashid: Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Religionen durch das eigens entwickelte Spiel über die 5 Säulen des Islam „The Top 5 For Life“ zu verbinden, um den Islam gemeinsam zu entdecken und dabei Lernen und Spaß haben, Nachdenken und ins Gespräch kommen auf einer spielerischen, kreativen und kommunikativen Art.

ZR: Wie kann man euch unterstützen/Was braucht ihr?

Dr. Jinan Rashid: Allgemein kann uns jeder als Multiplikator u./o. als Spielpate unterstützen, in dem er das Spiel in seinem Umfeld (Familie, Nachbarn, Arbeitskollegen usw. )bekannt macht und spielt. Spezielle Unterstützung brauchen wir im Bereich Marketing, Vertrieb und social media.

ZR: Wohin soll es gehen? (Ziele/Träume)

Dr. Jinan Rashid: Hinter dem Spielprojekt steht die Vision einer interaktiven Erlebnisausstellung zur Eröffnungssure der Korans (Sure El-Fatiha) für Kinder und Erwachsene, damit der Islam über das Auf-Fassen / Be-Greifen und Be-Denken zum Ver-Tiefen und Ver-Binden führt.

ZR: Was hast du von der Zahnräder Konferenz 2013 mitgenommen?

Dr. Jinan Rashid: Neben sehr viel persönliche Motivation und Energie hat die Zahnräder Konferenz mein Projekt in kürzester Zeit stark ins Licht gerückt und einen sehr großen Schub nach vorne gegeben in jeder Hinsicht. Mein Projekt hat jetzt dank Zahnräder einen Düsenantrieb.

ZR: Was würdest du anderen Projekten/Startups mit auf den Weg geben?

Dr. Jinan Rashid: Das eigene Projekt so sehen, wie einen Samen, den man in die Erde setz und pflegt bis daraus ein Baum wird der Früchte trägt. Also immer dran bleiben, nie aufgeben und sich in Geduld stark üben und bei jeder Hürde oder Herausforderung als Erstes Allah um Hilfe bitten (Bittgebet) und das quranische „Lies“ als eine Aufforderung neue Welten zu entdecken und kreativ Lösungen zu finden, zu verstehen.

ZR: Was ist das Motto, das dich in deiner Arbeit (deinem Projekt) motiviert?

Dr. Jinan Rashid: Gandhis Worte “Sei du die Veränderung, die du dir für die Welt wünschst“.

 

By |Dienstag, 20 August, 2013|News, Projektinterviews|0 Comments

Interview #1: Deaf-Islam e.V., ein Projekt für Barrierefreiheit

Die Erstplatzierten der Zahnräder Bundeskonferenz Deaf-Islam e.V. erzählen uns in einem Interview von ihrem Projekt, ihren Zielen und Visionen. Deaf-Islam e.V. ist ein Verein gegründet von und für gehörlose Muslime im Jahre 2010. Das Interview wurde vom Zahnräder Presseteam mit dem Deaf-Islam Vereinsgründer Ege Karar geführt.

Dies ist das erste Interview einer Interviewserie, die wir mit den beliebtesten Teilnehmer-Projekten der Zahnräder Konferenz 2013 durchgeführt haben.


ZR: Worum geht’s bei deinem Projekt?

Ege Karar: Ziel des Projektes ist es, gehörlosen Muslimen den Zugang zu Informationen zu ermöglichen, die ihnen bisher entweder völlig vorenthalten oder nur sehr schwer zugänglich waren. Um diesem momentan vorherrschenden Umstand entgegenzuwirken, müssen besonders nicht-gehörlose Muslime für die Bedürfnisse sprachlich-kulturell eingeschränkter Glaubensgeschwister sensibilisiert bzw. die diesbezüglichen Informationsdefizite abgebaut werden. So sind z.B. die Freitagsgebete in den Moscheen oder auch die Texte auf Internetseiten im Moment nicht barrierefrei, da sie keine Angebote in Gebärdensprache bereithalten. Unter Barrierefreiheit verstehen wir das Vorhandensein von Gebärdensprachvideos. Das mangelnde Wissen nicht-gehörloser Menschen setzt eine unbegründete Lesekompetenz gehörloser Menschen voraus. Die wenigsten Gehörlosen verfügen über eine solche Kompetenz, die aufgrund eines völlig anderen Sprachsystems nur schwer und -wenn überhaupt- durch eine besondere Förderung zu erreichen ist. Da wir uns auf eine Gruppe beziehen, die größtenteils aus Menschen mit Zuwanderungsgeschichte besteht, dürfen wir nicht für alle ausnahmslos eine solche Förderung voraussetzen.

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ZR Team: Wie kann man euch unterstützen?

Ege Karar: Für die Freitagsgebete benötigen wir Gebärdensprachdolmetscher, die finanziert werden müssen. Hierbei können wir die Unterstützung von denjenigen brauchen, die sich mit dem Akquirieren von Geldern auskennen. In der Umsetzung von barrierefreien Internetseiten wäre die Unterstützung von Programmierern hilfreich. Nicht zuletzt brauchen wir dringend Fachkräfte aus den Bereichen Gebärdensprache, idealerweise Muslime, und Islamwissenschaft, um die Idee, die hinter unserer Arbeit steckt, produktiv und professionell weiter zu entwickeln. Außerdem wünschen wir uns engagierte Mitglieder, die sich aktiv für gehörlose Geschwister einsetzen, um die muslimische Community in dieser Angelegenheit zu sensibilisieren und sie, so weit es geht, an die Öffentlichkeit zu tragen.

ZR Team: Wohin soll es gehen?

Ege Karar: Unser Ziel ist es, islamische Informationen zeitgleich und im gleichen Umfang zu erhalten, wie es bei hörenden Menschen der Fall ist, da unsere religiösen Pflichten und Verantwortungen genau die gleichen sind und gehörlos zu sein überhaupt kein Hindernis für das Befolgen dieser darstellen darf. Leider werden die meisten Beeinträchtigungen oft schnell in Verbindung mit einer Befreiung von religiösen Pflichten gebracht, was keineswegs der Fall ist. Besonders im Hinblick auf Gehörlose, muss diese Denkweise umgehend beseitigt werden, denn wir haben keine geistige Behinderung, sondern sind eine sprachliche und kulturelle Minderheit.

ZR: Was hast du von der Zahnräder Konferenz 2013 mitgenommen?

Ege Karar: Auf der Zahnräder Konferenz in Heidelberg bin ich mit vielen Experten und Fachleuten in Kontakt gekommen und die Gespräche haben mir gezeigt, dass wir mit unserem Verein „Deaf Islam“ nicht alleine sind, sondern dass viele Menschen hinter und an unserer Seite stehen.

ZR: Was würdest du anderen Projekten/Startups mit auf den Weg geben?

Ege Karar: Wie bei vielen anderen Startups hat man oft Probleme dabei, Mitstreiter zu finden, die man gerade am Anfang dringend nötig hat. Hier muss man sich auf die Suche nach Plattformen machen, bei denen man auf geeignete Unterstützer trifft, um das zu lösende gesellschaftliche Problem effektiv anzugehen. Wenn man die Mitstreiter gefunden hat und einen Plan ausgearbeitet wurde, fehlt es meistens an Geld, um die weiteren Schritte zu gehen. Man muss den Verein bzw. das Projekt bekannt machen, auf verschiedene Veranstaltungen gehen, um weitere Unterstützer zu finden. Meistens sind die Menschen bereit zu helfen, nur muss man das Problem an sie herantragen und diese dafür sensibilisieren. In unserem Fall hat uns das Zahnräder-Netzwerk ermöglicht, einen großen Sprung vorwärts zu machen, Mitstreiter sowie monetäre Unterstützer wurden auf uns aufmerksam oder wurden vermittelt.

ZR: Was ist das Motto, das dich in deiner Arbeit (deinem Projekt) motiviert?

Ege Karar: An-Nu’man ibn Baschir (ALLAHs Wohlgefallen mit ihm) berichtet, dass der Gesandte Allahs (ALLAHs Segen und Frieden mit ihm) sagte:

„Das Gleichnis der Überzeugten in ihrer gegenseitigen Freundschaft und Barmherzigkeit sowie ihrem Mitgefühl füreinander ist wie der Körper eines Menschen: Wenn ein Glied leidet, so leidet der ganze Körper an Schlaflosigkeit und Fieber.“ (Buchari/ Muslim)

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Deaf-Islam e.V. auf Facebook: https://www.facebook.com/deafislamev

By |Sonntag, 4 August, 2013|News, Projektinterviews|0 Comments