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Interview #7: Mensch!Westend

Das Projekt “Mensch!Westend”  ist eine multikulturelle Stadtteilzeitung, die die Vielfältigkeit der dort lebenden Menschen als ein großes Potenzial wahrnimmt. Grundgedanke ist das harmonische Miteinander und die aktive Partizipation. Erdal Aslan, Chefredakteur und Leiter der Zeitung „Mensch!Westend“, erzählt in einem sehr spannenden und informativen Interview, wie die Idee zur Realität wurde.

Dies ist das siebte Interview einer Interviewserie, die wir mit den beliebtesten Teilnehmer-Projekten der Zahnräder Konferenz 2013 durchgeführt haben. 

Worum geht’s bei deinem bzw. eurem Projekt?
Die multikulturelle Stadtteilzeitung „Mensch!Westend“ widmet sich einem Thema, das jahrelang von deutschsprachigen Medien vernachlässigt worden ist: Menschen mit ausländischen Wurzeln als Leser und Macher zu gewinnen. Unsere in Kooperation mit dem Wiesbadener Kurier monatlich erscheinende Gratis-Zeitung versucht daher Migranten aus dem Wiesbadener Multikulti-Viertel Westend gezielt in die Berichterstattung einzubinden. Das heißt: Mindestens die Hälfte der Artikel handelt von ihren Themen, Problemen und Festen. Also von dem, was sie im Alltag beschäftigt. „Mensch!Westend“ ist aber keine Zeitung für Migranten, sondern für einen Stadtteil mit vielen Migranten (Anteil: knapp 50 Prozent). Uns geht es vor allem um das Miteinander: Die Menschen sollen mehr über sich und ihr Viertel erfahren – und sich eine Meinung darüber bilden, was in der Nachbarschaft vor sich geht.

Wie kann man euch unterstützen?/ Was braucht ihr?
Kritik, Feedback, Ideen oder Mitarbeit sind für jedes neu gestartete Projekt Gold wert – also bitte nicht zurückhalten! Darüber hinaus hilft schon die Bekanntmachung, das Weitererzählen oder zum Beispiel ein „Gefällt mir“ auf unserer Facebook-Seite weiter. Wir suchen zudem Mitarbeiter und Praktikanten, vor allem Menschen mit ausländischen Wurzeln aus der Region, die in den Journalismus reinschnuppern möchten. Und Menschen mit Verkaufstalent, die für „Mensch!Westend“ Anzeigen akquirieren und somit das wirtschaftliche Überleben sichern.

Was hast du von der Zahnräderkonferenz 2013 mitgenommen?
Mir waren die Meinungen der Teilnehmer immens wichtig. Ich habe bestimmt mindestens jeden zweiten Teilnehmer der Konferenz direkt angesprochen und die Idee vorgestellt. Ihr Feedback, ihre motivierenden Worte und Verbesserungsvorschläge sind in das Endprodukt eingeflossen.

Was hat dazu geführt, dass du deine Idee nach der Bundeskonferenz in die Realität umgesetzt hast?
Natürlich hat das positive Feedback der Konferenz-Teilnehmer eine wichtige Rolle gespielt. Darüber hinaus gab es weitere Faktoren, die zur Realisierung der Idee geführt haben: Unter anderem habe ich Interviews mit Experten geführt, wir haben ein Projektteam mit Vertretern verschiedener Abteilungen der Verlagsgruppe Rhein Main – zu der Mensch!Westend gehört – gegründet, um das bestmögliche Produkt zu kreieren. Auch hat die European Business School für uns die Wirtschaftlichkeit geprüft – mit dem Ergebnis, dass es einen Versuch wert ist.

Wie würdest du den Mehrwert der Konferenz beschreiben?
Auf der Zahnräder-Konferenz haben die Teilnehmer die Chance, ihre (auch noch nicht ganz ausgegorene) Idee, motivierten, kreativen und intelligenten Menschen zu präsentieren und deren Meinungen einzuholen. Zudem können sie üben, vor einem breiten Publikum eine Präsentation zu halten – und sich für die nächsten Male inspirieren lassen. Und natürlich ist das Netzwerken in der herzlichen Atmosphäre das große Plus der Konferenz. In der Berufswelt kann das eines Tages von großem Vorteil sein.

Wohin soll es gehen? (Ziele/Träume)
Unser Ziel ist es zunächst, „Mensch!Westend“ zu etablieren. Wir wollen erreichen, dass die Zeitung von allen Lesern, vor allem auch von Migranten angenommen wird. So dass sie weiterhin interessant für Anzeigenkunden bleibt –  denn wir finanzieren die Zeitung nur über Werbung. Bisher sind wir auf einem sehr guten Weg. Doch wir wollen die Zeitung weiterentwickeln – und irgendwann weitere Viertel ins Auge fassen.

Was würdest du anderen Projekten/Startups mit auf den Weg geben?
Seid mutig, aber auch selbstkritisch, stellt euer Projekt so vielen Leuten wie möglich vor, habt keine Angst vor negativem Feedback oder Fehlern. Versucht Menschen aus ganz verschiedenen Milieus zu eurer Idee zu befragen. Investiert viel Energie in euer Projekt, denn ein neues Angebot/Produkt braucht Zeit, um Menschen zu erreichen – dessen muss man sich bewusst sein. Macht euch früh Gedanken, wie das Projekt finanziert werden kann. Und vor allem: Glaubt an eure Idee!

Was ist das Motto, das dich in deiner Arbeit motiviert?
Gib alles, was du hast und erwarte stets das Beste. Der Erfolg kommt schon irgendwann – nur Geduld.

Für weitere Informationen:
https://www.facebook.com/menschwestend

By |Freitag, 21 Februar, 2014|News, Projektinterviews|0 Comments

Interview #6: Schattenwelten

Das Projekt “Schattenwelten” versucht durch eine Veranstaltungsreihe diverse Künstler zusammenzubringen. Das Ziel dieses tollen Projektes ist es, die deutsche Kultur mitzugestalten und zu prägen. Hierfür wird versucht Künstler aus verschiedenen Bereichen zu versammeln. Weitere interessante Aspekte wurden uns im Interview näher gebracht.

Dies ist das sechste Interview einer Interviewserie, die wir mit den beliebtesten Teilnehmer-Projekten der Zahnräder Konferenz 2013 durchgeführt haben.


ZR: Worum geht’s bei deinem Projekt?

Schattenwlten: Da zitiere ich mal die Beschreibung unserer Facebookseite
– Eine interdisziplinäre Veranstaltungsreihe, die Künstler aus verschiedenen Bereichen vereint: Lyriker, Musiker, Maler, Fotografen und Filmschaffende
– Zusammenspiel zwischen Worten, Klängen, Licht und Schatten
– Ein unerzwungener Umgang zwischen Künstler, Publikum und Veranstalter prägt die Atmosphäre
– Ein Lebensgefühl, das dir erlaubt du selbst zu sein, um dem Anderen sein sich selbst sein zu erlauben.
– Schattenwelten – Ein Abend der Künste

ZR: Wie kann man euch unterstützen/Was braucht ihr?

Schattenwlten: Wir brauchen dringend euer Feedback!; jegliches Feedback ob Kritik oder Lob ist erwünscht. Gerne könnt ihr unsere Facebookseite dazu nutzen, zu liken, zu teilen, zu kommentieren, um eine lebendige Community aufzubauen – das wäre großartig.
Neben dieser großen Unterstützung wären Kontakte zu Künstlern, Musikern, Ton- und Lichtechnikern, Interessierten und andere Bühnen, mit denen wir uns inhaltlich und ideel vernetzen können, für uns interessant.

ZR: Wohin soll es gehen? (Ziele/Träume)

Schattenwlten: Nach Düsseldorf und hoffentlich auch Berlin soll Schattenwelten in weiteren Städten Fuß fassen. Dabei sollte das Motto von Schattenwelten zwar verinnerlicht werden, die Akzentuierung und Umsetzung kann aber gerne dem jeweiligen kulturellen Feeling der Stadt und der Leute angepasst werden.
Teil der Kultur Deutschlands zu sein, vielleicht sogar ein prägender, wäre ein tolles erreichtes Ziel!

ZR: Was hast du von der Zahnräder Konferenz 2013 mitgenommen?

Schattenwlten: Viele freundliche, inspirierende, wunderbare Kontakte: die Wichtigkeit und die Chancen und Vorteile der Vernetzung sind nochmals richtig klar geworden.
Eine bewegende Konferenz, die uns dermaßen bewegt hat, dass wir darauf brennen andere zu bewegen.
Fachlich kompetenter, inhaltlicher Input, Anregungen, Inspiration, Freude …
Den Wunsch, bei der nächsten Konferenz wieder dabei sein zu dürfen, vielleicht um diesmal die fruchtbaren Ergebnisse der Konferenz zu präsentieren.

ZR: Was würdest du anderen Projekten/Startups mit auf den Weg geben?

Schattenwlten: Vernetzt euch! Am Besten natürlich über die Zahnräder
Glaubt an eure Träume/Ziele!
Trennt euer Einkommen von eurem Startup/Projekt. Bleibt finanziell unabhängig, um euch ganz dem Erfolg des Spirits eures Projektes widmen zu können.
So kannst du du selbst bleiben!

ZR: Was ist das Motto, das dich in deiner Arbeit (deinem Projekt) motiviert?

Schattenwelten: SEI DU!:
Lass dich nicht korrumpieren von deinen Wünschen und Begierden.
Lass dich nicht korrumpieren von den Erwartungen deiner Umwelt.
Sei Mensch und lass denn anderen sein Mensch sein.
Sei du, denn keiner ist wie du.

Interview #5: Grüne Banane

Das Projekt „Grüne Banane“ hat primär Kinder und Familien im Fokus und versucht diesen in vielerlei Hinsicht behilflich zu sein. Vor allem wird versucht, die passive Unterhaltung in den Familien zu beheben und ein aktives Miteinander zu schaffen. Näheres zu diesem tollen Projekt wurde uns bei einem interessanten Interview erzählt.

Dies ist das fünfte Interview einer Interviewserie, die wir mit den beliebtesten Teilnehmer-Projekten der Zahnräder Konferenz 2013 durchgeführt haben.

 

ZR: Worum geht’s bei eurem Projekt?

Grüne Banane: grünebanane.de ist eine Webseite, die all jene pädagogischen und kreativen Ideen, die Vereine, Schulen und Familien für die Kinder in ihrem Umkreis zu islamischen Themen entwickelt haben, sammelt und kostenlos jenen Interessierten zur Verfügung stellt, die auf der Suche nach Bastelideen, Arbeitsblättern, Malvorlagen oder Geschichten sind.
Dazu bieten wir jedem, der seinen Inhalt zur Verfügung stellen möchte, an, diesen unter seiner Autorenschaft auf grünebanane.de zu veröffentlichen und somit auch auf sein Projekt/seine Schule oder seine Institution aufmerksam zu machen.
Alle Inhalte werden vorher mit einem ehrenamtlichen Redaktionsteam überarbeitet, im grünebanane.de-Look zum Download bereit gestellt und auf den Kanälen von grünebanane.de beworben.
Davon können alle profitieren: Vereine und Lehrer, die auf der Suche nach Inhalten für ihren Unterricht oder ihr Kinderfest sind, Eltern und Kinder, die ihre Freizeit ohne Bildschirm-Entertainment und statt dessen mit fördernden Inhalten verbringen wollen, und Institutionen und Anbieter von kindgerechten Produkten, die ihre Idee einem größeren Publikum präsentieren wollen.

ZR: Wie kann man euch unterstützen/Was braucht ihr?

Grüne Banane: Macht grünebanane.de bekannt, so dass viele Kinder und Familien davon profitieren können.
Erzählt von dem Projekt in Eurem Bekanntenkreis, in Eurem Verein oder in Eurer Schule.
Und wenn Ihr selbst eine schöne Idee habt, dann schickt sie uns an team@gruenebanane.de.
Dann kann sie für viele Kinder zu einer Bereicherung und für Dich zu einer Sadaqa Dscharija werden.
Redaktionsmitglieder, die von Zuhause aus einige Stunden pro Woche aktiv mitwirken wollen, sind jederzeit herzlich willkommen.

ZR: Wohin soll es gehen? (Ziele/Träume)
Grüne Banane: Unser erklärtes Ziel ist es, die passive Bildschirmunterhaltung (Handy, Computer und Fernsehen) in den Familien zu reduzieren und Alternativen aufzuzeigen, wie man wieder gemeinsam in der realen Familienwelt Zeit gemeinsam mit Spiel und Spaß verbringen kann.Die Anregung, während Bastelarbeiten, Spielen und Knobelaufgaben, sich über die angesprochenen Themen zu unterhalten, sich gemeinsam mit einer Aufgabe zu beschäftigen und wieder real zu handeln, fördert das Sprachverständnis, die motorische Geschicklichkeit und die emotionale Bindung von Eltern und Kindern.Die Inhalte können darüber hinaus Familien auffordern, sich mit ökologischen, gesellschaftspolitischen, theologischen und sozialen Fragen auseinander zu setzen und neue bewusst-aktive Verhaltensweisen fördern…


ZR: Was hast du von der Zahnräder Konferenz 2013 mitgenommen?

Grüne Banane: Von der Zahnräder Konferenz habe ich viele neue Kontakte und einen exponentiellen Vernetzungsgrad mitgenommen. Die unglaubliche kreative Energie, die sich dort sammelt, war eine spannende Erfahrung, die Hoffnung auf die Zukunft macht.

ZR: Was würdest du anderen Projekten/Startups mit auf den Weg geben?

Grüne Banane: Die muslimische Community ist für Startups kein einfaches Pflaster.
Man braucht einen langen Atem, denn auch wenn viele am Anfang  „Ja“ rufen, sind nicht alle am Ende bei der Umsetzung dabei.
Davon darf man sich aber nicht entmutigen lassen, denn zu viele Projekte sind in dieser Phase gescheitert, und die Community hat gelernt, abzuwarten, ob ein Projekt auch wirklich langfristig Bestand hat.
Deshalb: Mit Gottvertrauen durchhalten…

ZR: Was ist das Motto, das dich in deiner Arbeit (deinem Projekt) motiviert?

Grüne Banane: „Wer will schon gelb und reif sein“… das steht auf unseren Teamtassen. Aber auch „Bismillah – grün durchstarten“! Und genau diese Mischung aus Islam und den Bedürfnissen der Kinder gibt unserem Team jeden Tag kreative Bananenpower.

By |Dienstag, 8 Oktober, 2013|News, Projektinterviews|0 Comments

Interview #4: Initiative Kabir

Erdogan Karakayar erzählt uns in einem Interview über sein sehr interessantes Projekt: „Initiative Kabir“. Die Projektidee basiert auf der islamischen Bestattung in Deutschland und versucht, den in Deutschland lebenden Muslimen die Möglichkeit zu bieten, nach ihren Glaubensvorschriften bestattet zu werden.

Dies ist das vierte Interview einer Interviewserie, die wir mit den beliebtesten Teilnehmer-Projekten der Zahnräder Konferenz 2013 durchgeführt haben.

ZR: Worum geht’s bei deinem Projekt? 

Erdogan Karakayar: Mein Projekt möchte, wie sicherlich viele andere Projekte auch, auf mehreren Zielebenen erfolgreich sein.
Im Grunde genommen möchte ich unserer hiesigen Gesamtgesellschaft vermitteln, dass Muslime hier geboren werden, sich hier sozialisieren und leben und auch hier sterben werden. Sie sind also, als Deutsche Muslime ein nicht-wegdenkbarer Teil dieser Gesellschaft und gehören zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieses Landes.
Des Weiteren sollen in Deutschland lebende Muslime durch Initiative-Kabir.de auf die Möglichkeit der islamischen Bestattung in Deutschland aufmerksam gemacht werden. Denn viele wissen immer noch nicht, dass es die Optionen gibt auch in Deutschland islamisch konform bestattet zu werden.

ZR: Wie kann man euch unterstützen/Was braucht ihr?

Erdogan Karakayar: Schreibt mir, wenn in Eurer Nähe ein muslimisches Grabfeld existiert oder geschaffen werden soll.
Sendet mir selbstgeschossene Fotos und seid mein AnsprechpartnerIn, wenn ich jemanden für ein Interview zu diesem Grabfeld suche.

ZR: Wohin soll es gehen? (Ziele/Träume)

Erdogan Karakayar: Ich würde mir wünschen, dass alle muslimischen Grabfelder in Deutschland und im deutschsprachigen Raum (Österreich/ Schweiz) dokumentiert werden.
Ich würde mir wünschen, dass Menschen Initiative-Kabir.de als erste Info-Anlaufstelle zu muslimischen Grabfeldern besuchen und sich hier vorab informieren.
Durch diese Initiative soll eine langfristige Dokumentation der muslimischen Sepulkralkultur im deutschsprachigen Raum garantiert werden. Vielleicht kann ich dadurch zur Dokumentation (muslimisch) deutscher Geschichte beitragen.

ZR: Was hast du von der Zahnräder Konferenz 2013 mitgenommen?

Erdogan Karakayar: Zunächst empfand ich die Zahnräder Konferenz 2013 als extrem motivierend.
Ich habe noch auf keiner anderen Veranstaltung so junge, professionelle und hochmotivierte Menschen kennengelernt.
Es war toll andere Facetten und Lebenswelten von jungen Musliminnen und Muslimen in Deutschland zu sehen.

ZR: Was würdest du anderen Projekten/Startups mit auf den Weg geben?

Erdogan Karakayar: Die Projektideen sollen nicht bloße Ideen bleiben, sondern realisiert werden. Ich habe mit Freunden den Weg gewählt einen Verein namens Mosaik-Deutschland.de in Heidelberg zu gründen.
Unsere Intention ist es, tollen Ideen den juristischen Rahmen zu schaffen, der es ihnen erlaubt eventuell interessierte Sponsoren zu gewinnen oder Projektgelder zu akquirieren.
Auf der Konferenz gab es meiner Meinung nach ganz viele Ideen, die das Potential haben ein realisierbares Projekt zu werden, das positiv in die Gesamtgesellschaft hineinwirken kann.

ZR: Was ist das Motto, das dich in deiner Arbeit (deinem Projekt) motiviert?

Erdogan Karakayar: Es gibt genug Menschen auf der Welt, die Dich daran erinnern, wie schön das Leben ist. Vielleicht bin ich derjenige auf dieser Welt, der die Menschen daran erinnert, dass es den Tod gibt und dass das Leben endlich ist.

By |Dienstag, 24 September, 2013|News, Projektinterviews|0 Comments

Interview #3: Islamisches Zentrum in Dresden

Der Gewinner des Jurypreises der Zahnräder Bundeskonferenz 2013 Khaldun Al-Saadi erzählt uns in einem Interview von seinem Bibliotheksprojekt des Islamischen Zentrums in Dresden. Er möchte mit seinem Projekt möglichst viele Lehrpersonen erreichen und ihnen Fachliteratur zur Verfügung zu stellen.

Dies ist das dritte Interview einer Interviewserie, die wir mit den beliebtesten Teilnehmer-Projekten der Zahnräder Konferenz 2013 durchgeführt haben.

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ZR: Bitte erkläre uns dein Projekt kurz und knackig.

Khaldun Al-Saadi: Die Islamische Zentrum Dresden hat eine Bibliothek gegründet, deren Fachliteratur sie auch Dresdner Lehrerinnen und Lehrern an Allgemeinbildenden Schulen zur Verfügung stellen will. Muslimische Schüler übernehmen in diesem Projekt die Rolle von Multiplikatoren und sollen die Schnittstelle zwischen Gemeinde und Lehrern bilden.

ZR: Wie kann man euch unterstützen/ was braucht ihr?

Khaldun Al-Saadi: Wir benötigen Unterstützung beim Aufbau einer Microsite, die über das Projekt informiert und einen Einblick in den Buchkatalog gewährt. Außerdem Beratung bei der Auswahl von empfehlenswerten Büchern.

ZR: Was sind eure Ziele?/Träume?

Khaldun Al-Saadi: Das Ziel des Projektes ist es in einer Stadt wie Dresden, in der Muslime und Nicht-Muslime nur selten die Möglichkeit haben sich kennenzulernen, ein Zeichen für einen offenen Dialog zu setzen. Wir wollen Bildung fördern, weil wir darin einen elementaren Bestandteil zur Prävention von Extremismus und Muslimfeindlichkeit sehen.

ZR: Was hast du aus der ZR Konf mitgenommen?

Khaldun Al-Saadi: Das Gefühl, tatsächlich ein Zahnrades zu sein und mit den anderen Teilnehmern, und damit Zahnrädern, einen Motor zu bilden ohne den unsere Gesellschaft nur beschwerlich vorankommt. Wir werden gebraucht und nehmen unsere Verantwortung wahr. Dieses Potential hat mich enorm beeindruckt.

By |Donnerstag, 5 September, 2013|News, Projektinterviews|0 Comments

Interview #2: Spielen bildet und verbindet

Die Gewinnerin des dritten Platzes der Zahnräder Bundeskonferenz Dr. Jinan Rashid erzählt uns in einem Interview von ihrem Projekt „Spielen bildet und verbindet“, ihren Zielen und Visionen. Es ist das weltweit erste Kommunikationsspiel rund um die fünf Säulen des Islams und erweckt daher sehr viel Neugier.

Dies ist das zweite Interview einer Interviewserie, die wir mit den beliebtesten Teilnehmer-Projekten der Zahnräder Konferenz 2013 durchgeführt haben.

ZR: Worum geht’s bei deinem Projekt?

Dr. Jinan Rashid: Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Religionen durch das eigens entwickelte Spiel über die 5 Säulen des Islam „The Top 5 For Life“ zu verbinden, um den Islam gemeinsam zu entdecken und dabei Lernen und Spaß haben, Nachdenken und ins Gespräch kommen auf einer spielerischen, kreativen und kommunikativen Art.

 

ZR: Wie kann man euch unterstützen/Was braucht ihr?

Dr. Jinan Rashid: Allgemein kann uns jeder als Multiplikator u./o. als Spielpate unterstützen, in dem er das Spiel in seinem Umfeld (Familie, Nachbarn, Arbeitskollegen usw.  )bekannt macht und spielt. Spezielle Unterstützung brauchen wir im Bereich Marketing, Vertrieb und social media.

ZR: Wohin soll es gehen? (Ziele/Träume)

Dr. Jinan Rashid: Hinter dem Spielprojekt steht die Vision einer interaktiven Erlebnisausstellung zur Eröffnungssure der Korans (Sure El-Fatiha) für Kinder und Erwachsene, damit der Islam über das Auf-Fassen / Be-Greifen und Be-Denken zum Ver-Tiefen  und Ver-Binden führt.

ZR: Was hast du von der Zahnräder Konferenz 2013 mitgenommen?

Dr. Jinan Rashid: Neben sehr viel persönliche Motivation und Energie hat die Zahnräder Konferenz mein Projekt in kürzester Zeit stark ins Licht gerückt und einen sehr großen Schub nach vorne gegeben in jeder Hinsicht. Mein Projekt hat jetzt dank Zahnräder einen Düsenantrieb.

ZR: Was würdest du anderen Projekten/Startups mit auf den Weg geben?

Dr. Jinan Rashid: Das eigene Projekt so sehen, wie einen Samen, den man in die Erde setz und pflegt bis daraus ein Baum wird der Früchte trägt. Also immer dran bleiben, nie aufgeben und sich in Geduld stark üben und bei jeder Hürde oder Herausforderung als Erstes Allah um Hilfe bitten (Bittgebet) und  das quranische „Lies“ als eine Aufforderung neue Welten zu entdecken und kreativ Lösungen zu finden, zu verstehen.

ZR: Was ist das Motto, das dich in deiner Arbeit (deinem Projekt) motiviert?

Dr. Jinan Rashid: Gandhis Worte “Sei du die Veränderung, die du dir für die Welt wünschst“.

 

 

By |Dienstag, 20 August, 2013|News, Projektinterviews|0 Comments

Interview #1: Deaf-Islam e.V., ein Projekt für Barrierefreiheit

Die Erstplatzierten der Zahnräder Bundeskonferenz Deaf-Islam e.V. erzählen uns in einem Interview von ihrem Projekt, ihren Zielen und Visionen. Deaf-Islam e.V. ist ein Verein gegründet von und für gehörlose Muslime im Jahre 2010. Das Interview wurde vom Zahnräder Presseteam mit dem Deaf-Islam Vereinsgründer Ege Karar geführt.

Dies ist das erste Interview einer Interviewserie, die wir mit den beliebtesten Teilnehmer-Projekten der Zahnräder Konferenz 2013 durchgeführt haben.


ZR: Worum geht’s bei deinem Projekt?

Ege Karar: Ziel des Projektes ist es, gehörlosen Muslimen den Zugang zu Informationen zu ermöglichen, die ihnen bisher entweder völlig vorenthalten oder nur sehr schwer zugänglich waren. Um diesem momentan vorherrschenden Umstand entgegenzuwirken, müssen besonders nicht-gehörlose Muslime für die Bedürfnisse sprachlich-kulturell eingeschränkter Glaubensgeschwister sensibilisiert bzw. die diesbezüglichen Informationsdefizite abgebaut werden. So sind z.B. die Freitagsgebete in den Moscheen oder auch die Texte auf Internetseiten im Moment nicht barrierefrei, da sie keine Angebote in Gebärdensprache bereithalten. Unter Barrierefreiheit verstehen wir das Vorhandensein von Gebärdensprachvideos. Das mangelnde Wissen nicht-gehörloser Menschen setzt eine unbegründete Lesekompetenz gehörloser Menschen voraus. Die wenigsten Gehörlosen verfügen über eine solche Kompetenz, die aufgrund eines völlig anderen Sprachsystems nur schwer und -wenn überhaupt- durch eine besondere Förderung zu erreichen ist. Da wir uns auf eine Gruppe beziehen, die größtenteils aus Menschen mit Zuwanderungsgeschichte besteht, dürfen wir nicht für alle ausnahmslos eine solche Förderung voraussetzen.

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ZR Team: Wie kann man euch unterstützen?

Ege Karar: Für die Freitagsgebete benötigen wir Gebärdensprachdolmetscher, die finanziert werden müssen. Hierbei können wir die Unterstützung von denjenigen brauchen, die sich mit dem Akquirieren von Geldern auskennen. In der Umsetzung von barrierefreien Internetseiten wäre die Unterstützung von Programmierern hilfreich. Nicht zuletzt brauchen wir dringend Fachkräfte aus den Bereichen Gebärdensprache, idealerweise Muslime,  und Islamwissenschaft, um die Idee, die hinter unserer Arbeit steckt, produktiv und professionell weiter zu entwickeln. Außerdem wünschen wir uns engagierte Mitglieder, die sich aktiv für gehörlose Geschwister einsetzen, um die muslimische Community in dieser Angelegenheit zu sensibilisieren und sie, so weit es geht, an die Öffentlichkeit zu tragen.

ZR Team: Wohin soll es gehen?

Ege Karar: Unser Ziel ist es, islamische Informationen zeitgleich und im gleichen Umfang zu erhalten, wie es bei hörenden Menschen der Fall ist, da unsere religiösen Pflichten und Verantwortungen genau die gleichen sind und gehörlos zu sein überhaupt kein Hindernis für das Befolgen dieser darstellen darf. Leider werden die meisten Beeinträchtigungen oft schnell in Verbindung mit einer Befreiung von religiösen Pflichten gebracht, was keineswegs der Fall ist. Besonders im Hinblick auf Gehörlose, muss diese Denkweise umgehend beseitigt werden, denn wir haben keine geistige Behinderung, sondern sind eine sprachliche und kulturelle Minderheit.

ZR: Was hast du von der Zahnräder Konferenz 2013 mitgenommen?

Ege Karar: Auf der Zahnräder Konferenz in Heidelberg bin ich mit vielen Experten und Fachleuten in Kontakt gekommen und die Gespräche haben mir gezeigt, dass wir mit unserem Verein „Deaf Islam“ nicht alleine sind, sondern dass viele Menschen hinter und an unserer Seite stehen.

ZR: Was würdest du anderen Projekten/Startups mit auf den Weg geben?

Ege Karar: Wie bei vielen anderen Startups hat man oft Probleme dabei, Mitstreiter zu finden, die man gerade am Anfang dringend nötig hat. Hier muss man sich auf die Suche nach Plattformen machen, bei denen man auf geeignete Unterstützer trifft, um das zu lösende gesellschaftliche Problem effektiv anzugehen. Wenn man die Mitstreiter gefunden hat und einen Plan ausgearbeitet wurde, fehlt es meistens an Geld, um die weiteren Schritte zu gehen. Man muss den Verein bzw. das Projekt bekannt machen, auf verschiedene Veranstaltungen gehen, um weitere Unterstützer zu finden. Meistens sind die Menschen bereit zu helfen, nur muss man das Problem an sie herantragen und diese dafür sensibilisieren. In unserem Fall hat uns das Zahnräder-Netzwerk ermöglicht, einen großen Sprung vorwärts zu machen, Mitstreiter sowie monetäre Unterstützer wurden auf uns aufmerksam oder wurden vermittelt.

ZR: Was ist das Motto, das dich in deiner Arbeit (deinem Projekt) motiviert?

Ege Karar: An-Nu’man ibn Baschir (ALLAHs Wohlgefallen mit ihm) berichtet, dass der Gesandte Allahs (ALLAHs Segen und Frieden mit ihm) sagte:

„Das Gleichnis der Überzeugten in ihrer gegenseitigen Freundschaft und Barmherzigkeit sowie ihrem Mitgefühl füreinander ist wie der Körper eines Menschen: Wenn ein Glied leidet, so leidet der ganze Körper an Schlaflosigkeit und Fieber.“  (Buchari/ Muslim)

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Deaf-Islam e.V. auf Facebook: https://www.facebook.com/deafislamev

By |Sonntag, 4 August, 2013|News, Projektinterviews|0 Comments