„Muslime.tv füllt eine mediale Lücke“

Vielen muslimischen Internetnutzern in Deutschland ist muslime.tv bereits ein Begriff. Sie bietet aktiven und engagierten Muslimen, die in den Massenmedien zu wenig Beachtung finden, eine mediale Plattform an. Sie würdigt damit die Arbeit jener Menschen die einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten und gerade deswegen in das Rampenlicht gerückt werden sollen.

Eine zentrale Rolle bei Muslime.tv spielt Nuri Senay. Der 35 jährige Diplom-Übersetzer sah sich nach dem 11. September verpflichtet medial aktiv zu werden und gründete unter anderem 2010 muslime.tv. Dieses Projekt überzeugte viele Teilnehmer und wurde auf der Zahnräder Konferenz im letzten Jahr mit dem ersten Platz gekrönt. Seit dem ist fast ein Jahr verstrichen und wir wollten von Nuri Senay wissen, wie muslime.tv bis dato gewachsen und gedeiht ist.

Bei unserem Interview versichert uns Herr Senay, dass alles gut laufe. Er freut sich über die zwei durchgeführten WorkShocks in Köln und Hamburg. Auf einem so genannten WorkShock werden angehende VJs (Videojournalisten) auf einer zweitägigen Kompaktveranstaltung in die Interview- und Kameratechnik eingeschult. Bei weiteren Veranstaltungen sollen die WorkShock-Teilnehmer demnächst mit Videoprogrammen vertraut gemacht werden und Tipps erhalten, wie sie ein Videomaterial beispielsweise mit Effekten versehen können.
Bis zum Jahresende werden wir inschaallah in Süddeutschland und in der Hauptstadt noch zwei machen“ kündigt Senay an. „Der Aufbau eines überregionalen Netzwerks von Videojournalisten (VJs) gestaltet sich nicht so einfach, da viele Qualitäten und Kompetenzen in einer Person vereint sein müssen. Aber wir suchen weiter“, so Senay.

Vor allem über das durchgehend positive Feedback freut sich Nuri Senay besonders. So seien zum Beispiel die meisten Zuschauer überrascht, was es für Talente, Events und Einrichtungen innerhalb der muslimischen community gäbe. Ein Zuschauer bei Facebook kommentiert beispielsweise wie folgt: „Vielen Dank für diese ganze Arbeit, die uns einen Überblick von aktiven Muslimen gibt. Das alles ist ein ganz wertvolles Dokumentationsmaterial“. Senay erzählt uns, dass manche Zuschauer sogar versuchen würden, über ihn Kontakt mit den Interviewteilnehmern aufzunehmen. „Ich spiele gerne den Vermittler“, erklärt er uns.

Wie folgt hat uns Senay freundlicherweise auf folgende Fragen geantwortet:

Wie habt Ihr euch technisch weitergerüstet?
Ich habe meinen Rechner aufgerüstet, d.h. den Arbeitsspeicher erweitert. Für die Bearbeitung von HD Videos benötigt man einen schnellen Prozessor und viel RAM. Ferner habe ich mir ein neues Objektiv gekauft, welches mir mein Freund Maaged Mazyek, von sogesehen.tv, empfohlen hat. Ich habe mir Ersatz-Akkus und SD-Karten gekauft.

Was habt ihr für die Konferenz vor?
Da ich am 2. Oktober 2011 inschaallah 36 werde, traue ich mich nicht anzumelden. Vielleicht kann mich ja jemand überzeugen doch mitzumachen? Ich habe meine VJs motiviert daran teilzunehmen, unabhängig von muslime.tv.

Hat sich muslime.tv bei den Zuschauern mehr und mehr gefestigt?
Viele neue Besucher wundern sich, dass sie vorher nichts von muslime.tv gehört haben und abonnieren sofort die Videos. Ich denke, dass muslime.tv noch einen weiten Weg vor sich hat. Auf diesem Wege ist muslime.tv auf den support der muslimischen community angewiesen und natürlich auf Allahs Unterstützung.

Findet es sukzessiv Zuspruch?
Der Zuspruch war von Anfang an da, weil muslime.tv eine Lücke füllt, nämlich das Porträtieren von Muslimen, die in dieser Gesellschaft partizipieren und tolle Arbeit leisten. Ich denke, dass dieses Konzept auf beiden Seiten Zuspruch finden wird, d.h. auch bei der Mehrheitsgesellschaft. Wir werden inschaallah bald zwei weitere WorkShocks anbieten.

Wir würden uns über die Teilnahme Herrn Senays an der diesjährigen Konferenz sehr freuen. Auch bei Zahnräder hat sich nämlich viel getan. Das Netzwerk ist nicht mehr nur für „junge“, sondern für alle Muslime eine Plattform. Doch wir fragen uns, ist 36 denn überhaupt alt?

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg beim Filmen!

By |Donnerstag, 25 August, 2011|News|0 Comments

Wer wagt kann gewinnen, wer nicht wagt hat schon verloren!

Der Bewerbungsschluss steht bald vor der Tür und die Konferenz rückt immer näher. Eines ist klar: Es lohnt sich zu bewerben! Schon viele Vorteile wurden bisher erwähnt: Wissenserwerb, Gedankenaustausch, Kontaktausbau, Motivationsschub, positiver Identitätsaufbau.

© Gabriella Fabbri

Wie letztes Jahr werden innovative, aufstrebende und einzigartige Projekte auf der Konferenz 2011 mit Fördergeldern von einem Gesamtwert von 5000€ gefördert.

Auch das Impulsprojekt darf dabei natürlich nicht zu kurz kommen. Mit freundlicher Unterstützung des VDM e.V. wird es dieses Jahr einen Sonderpreis in Höhe von 500€ geben.

Alle Gewinner erhalten im Sinne des nachhaltigen Austausches eine Nachbetreuung, die es ermöglicht Ideen unter professioneller Beratung oder Anleitung umzusetzen.

Fazit: Mut zeigen und bewerben! Es lohnt sich in vielerlei Hinsicht!

- Euer Zahnräder Konferenz Team 2011

By |Donnerstag, 25 August, 2011|News|0 Comments

Kein Projekt? Aber dennoch Interesse an der Konferenz?

Noch 8 Tage bis zum Bewerbungsschluss und uns erreichten neben inspirierenden Bewerbungen auch zahlreiche Anfragen von Personen, die gerne an der Konferenz teilnehmen würden, allerdings kein Projekt parat hätten. Doch auf der Zahnräder Konferenz geht es nicht um das simple Vorstellen von Projekten, sondern um das Teilen von Wissen.

Source: http://www.flickr.com/photos/nyoin/2751487372/

Die Teilnehmer sind keine Konsumenten, sondern Produzenten. Das heisst, jeder berichtet aus seiner Expertise, seinen Erfahrungen und seiner Arbeit. So kann man zum Thema Umwelt referieren, aber auch Kunst und Spiritualität diskutieren, Mode, Musik, Wirtschaft, Technik, Politik, Sport - den Themen sind keine Grenzen gesetzt.

So bewarben sich im letzten Jahr Teilnehmer mit Vorträgen zu „Neue Ansätze zur Jugendarbeit“, „Aufgaben einer muslimischen Nachrichtenagentur“, „Gesundheitssystem für Migranten“ und viele weitere zu Feminismus, Umwelt, Energie und vielen anderen Themen.

Die Preisgelder allerdings gehen an konkrete Projekte- und Projektideen. Ein weiterer Post dazu wird aber folgen.

Bis dahin freuen wir uns auf Bewerbungen derer, die sich bis dato unsicher waren. Wir empfehlen: Gehen Sie in sich. Denken Sie nach: Was habe ich der Welt mitzuteilen?

Denn Ihr Wissen ist wertvoll. Nehmen Sie mehr Wissen auf, teilen Sie ihr Wissen. Vernetzen.

- Ihr Zahnräder Konferenz Team 2011

 

By |Montag, 22 August, 2011|News|4 Comments

Petershagen, die neue Location für die Konferenz 2011

Nun ist es endlich entschieden! Die diesjährige Zahnräder Konferenz zwischen dem 7. - 9. Oktober 2011 findet im schönen Petershagen statt, ca. 65km von Bielefeld entfernt. Das moderne, aber historische Jugendgästehaus Petershagen liegt direkt an der Weser und bietet der Konferenz tolle Tagungs- und Seminarräume in einer sehr naturbezogenen und entspannten Umgebung. Mehr Informationen zur Unterkunft gibt es hier.

Die Bewerbungsphase für die Zahnräder Konferenz läuft derzeit auf Hochtouren. Noch haben Sie haben die Möglichkeit Ihre Bewerbungsunterlagen bis zum 1. September bei uns einzureichen. Hier geht zum Bewerbungsformular.

Die diesjährige Zahnräder Konferenz bietet Ihnen die einzigartige Möglichkeit auf einer Plattform mit einer aufregenden Atmosphäre und zusammen mit anderen klugen Köpfen an Ihrem Projekt zu arbeiten. Ob Soziales, Wirtschaft, Wissenschaft und Umwelt oder Kunst, Film und Musik den Themen/den Ideen/ den Vorträgen sind keine Grenzen gesetzt. Bewerben Sie sich, tragen Sie dem hohen Wissensaustausch bei und werden Sie Teil des Netzwerks der Zahnräder Konferenz 2011.

zahnräder konferenz 2011
[email protected]

7.-9. Oktober 2011
Jugendgästehaus Petershagen
Mindener Straße 51
32469 Petershagen

Google maps.

By |Montag, 15 August, 2011|News|0 Comments

Aktiv: Saloua Mohammed

In unserer Reihe „Aktiv“ stellt Zahnräder regelmäßig herausragende muslimische Persönlichkeiten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor.

Saloua Mohammed ist Friedens- und Menschenrechtsaktivistin sowie Mitbegründerin der Lifemakers Deutschland. Sie ist zudem eine beliebte Rednerin und fungiert in zahlreichen Communities als Vorbild für bürgerliches Engagement und Partizipation in Deutschland.

Sehr geehrte Frau Mohammed. Sie sind Friedens- und Menschenrechtsaktivistin. Wie kamen Sie zu Ihrer Arbeit?

Die Würde der Menschen zu wahren war schon immer im Fokus meiner Aktivitäten. Vor allem den mittellosen und unterdrückten Menschen ein Sprachrohr zu sein, welches nicht nur für ihre Rechte spricht, sondern sich auch tatkräftig für diese einsetzt, war und ist mein stetiges Ziel. Ich habe schon sehr früh angefangen, kleine und überschauliche Projekte mit meiner Familie oder mit Freunden umzusetzen. Darum, so glaube ich persönlich, wurde ich schon ziemlich früh auf sehr viele Missstände wie Armut, Abhängigkeit oder Gewalt aufmerksam. Es fing im Freundeskreis an. Da war z.B. häusliche Gewalt ein großes Thema. Nicht nur Freundinnen erfuhren diese, sondern auch Freunde, was mich immer sehr mitnahm. Ich stellte mir die Frage, ob das Mitgefühl gegenüber meinen Freunden genügt, oder ein Handeln von Nöten war. Ich entschied mich letztendlich für das zweite. Das prägte u.a. meinen Werdegang. Seitdem setze ich mich intensiv für die Menschenrechte, gegen häusliche Gewalt, gegen Diskriminierung und für den Frieden ein. Je älter ich wurde, desto größer wurde die Fläche, auf der ich tätig wurde. Heute setze ich mich sowohl zuhause in Deutschland, als auch im Ausland für den internationalen Frieden, gegen Rassismus und Diskriminierung, für die Völkerverständigung und vor allem für die Rechte der mittellosen, unterdrückten und kranken Menschen ein. Ich setze mich als Menschenrechtlerin und Friedensaktivistin für alle Menschen aller Coleur, ganz gleich welcher Herkunft, religiöser oder weltlichen Anschauung, ein.

 

Welche führenden Probleme sehen Sie innerhalb der Familien, den Communities und der muslimischen Jugend in Deutschland? Haben Sie im Rahmen Ihrer Arbeit Erfahrungen diesbezüglich gesammelt?

Prinzipiell weisen Familien und Communities meist dieselben Wehwehchen auf. Sie unterscheiden sich im Detail voneinander, sind jedoch im Großen und Ganzen fast identisch. Auch in der muslimischen Community haben Kinder und Jugendliche altersbezogene Probleme von Schule über Familienstimmung, bis hin zum Liebeskummer. Die muslimischen Kinder und Jugendlichen haben, im Gegensatz zu nichtreligiös erzogenen Kindern und Jugendlichen, zusätzlich noch eine Bürde zu tragen, indem ihnen sowohl von der Familie und der eigener Community, als auch von der sogenannten Mehrheitsgesellschaft abverlangt wird, so zu sein, wie jeder es sich gerade mal vorgestellt hat, und nebenbei noch ein Islamexperte zu sein, statt einfach nur ein Kind oder ein Jugendlicher. Sie werden von allen Seiten hin- und hergezerrt, bis sie am Ende nicht wissen: Bin ich muslimisch, bin ich deutsch, bin ich türkisch, bin ich arabisch oder bin ich nichtmuslimisch? Anstatt die Kinder Kinder sein zu lassen, und sie langsam und selbstbewusst an das ganze heranzuziehen, bevorzugen manche leider in unseren muslimischen Milieus die Crasherziehung in punkto Religion, und blenden manchmal total aus, dass dieses Kind, welches in Deutschland geboren und hier aufwächst ist, eine ganz andere Konstellation in sich trägt, als ein Migrant. Man fördert von Anfang an nicht das Selbstbewusstsein, welches dieses Kind in sich als gleichberechtigter, deutscher Bürger in sich tragen sollte, sodass man sich in der Pubertät immer mehr darauf fixiert, ein Ausländer mit deutschem Pass zu sein, weil man sich hier nicht angekommen fühlt. Das liegt natürlich nicht nur an der Diasporaerziehung der Kinder seitens der Eltern die einst nach Deutschland migrierten und an ihrer Religion und all den Traditionen festhalten, sondern auch verstärkt an der Wahrnehmung der Mehrheitsgesellschaft und ihrem Verhalten gegenüber diesen Kindern. Anstatt sie als die Kinder Deutschlands anzuerkennen, stigmatisiert man lieber und zeigt immer wieder deutlich auf: Ihr seid ihr, und wir sind wir. Das findet man nicht nur in der Gesellschaft, sondern, und dies bereitet mir persönlich Bauchweh, auch immer mehr an unseren Schulen. Einige LehrerInnen kommen immer noch nicht damit klar, dass die deutsche Gesellschaft auch Menschen in sich aufgenommen hat, die anders glauben, sich sogar anders kleiden, als dass, was man unter Deutschsein sonst immer verstand, diese jedoch trotzdem deutsche BürgerInnen und in Deutschland geboren und hier aufwachsen sind, deutsch sprechen und auch viele „deutsche“ Reflexe in sich tragen. Statt aus den Kindern und Jugendlichen einen einzigen Typus schaffen zu wollen, sollte man diese Diversität, die sie in sich tragen verstehen, annehmen und fördern. Denn letztenendes kann eine Lehrkraft nie aus einem Mohamed, einem deutschen Muslim mit marokkanischen Wurzeln, einen Max machen. Nicht vergessen möchte ich all die Lehrkräfte, die sich jeden Tag auf‘s Neue für diese Kinder und Jugendlichen, die es nicht immer einfach haben, einsetzen und ihnen immer wieder Mut zusprechen.

Was mich jedoch in der muslimischen Community als Muslimin permanent stört ist, dass sich einige dagegen sträuben, warum auch immer, Fragen und Umstände bei den Jugendlichen aus der muslimischen Community wahrzunehmen und diese mit Feingefühl, Achtung und Wissen zu klären, die eben doch einen „harten Brocken“ darstellen. Man nehme die persona non grata unter den Themen: Die Homosexualität. Ein:“ Haram, und geh jetzt gefälligst anständig leben!“, reicht absolut nicht und ist den Jugendlichen, die vielleicht auch davon Betroffen sein könnten, nicht fair gegenüber. Man spricht ihnen somit jegliche Intelligenz ab und nimmt ihre Fragen, Gedanken, Sorgen oder auch Ängste nicht wahr. Man verschließt auch seine Augen vor den Jugendlichen, die homosexuell und muslimisch sein wollen. Ich möchte hier keine islamische Jurisprudenz anfechten. Wie alle monotheistischen Religionensgemeinschaften zu diesem Thema stehen, ist mir bewusst. Es geht hier auch nicht um eine Legitimierung. Es geht mir hier um den menschlichen Umgang mit den Betroffenen. Dann hat man solch eine Gruppe von Jugendlichen. Meine Frage an all die Kritiker: Was macht man dann mit diesen? Sie einfach auf der Strecke liegen zu lassen empfinde ich als unverantwortlich und feige, denn man macht es sich somit zu einfach.

Die muslimische Community kann sich solch Themen und Fragen öffnen, und braucht keine Angst zu haben. Manchmal können Jugendliche und Heranwachsende einem die Sprache verschlagen, indem sie Fragen oder Meinungen äußern, die man vielleicht aus Schamgefühl oder Angst nicht selber stellen könnte oder möchte. Das kann man versuchen nachzuvollziehen, da dies auch mit der Erziehung und den Traditionen der älteren Generationen zusammenhängt. Jedoch darf man durch das Schweigen oder Abwürgen solch eine Intelligenz und einen Mut nicht im Keime ersticken lassen, nur weil man in Wahrheit gar keine oder nur die 08/15-Antwort parat hat, die die Jugendlichen mit Kopfschütteln abweisen.

Ein starker Glaube erträgt auch die schärfsten Kritiker. Das sollte das Credo der muslimischen Community sein. Stattdessen konzentriert man sich lieber darauf, wen man als nächstes als Ungläubigen betitelt, ob es erlaubt ist als Frau überhaupt vor Versammlungen zu sprechen und welcher öffentlichen Person man dieses Mal wieder das Wort im Munde verdreht, um diese bloßzustellen. Und das ist absolut nicht die Botschaft einer spirituellen, liebevoll und friedlich gesinnten Religion.

 

Welche Verantwortung tragen Muslime im Hinblick auf Menschenrechte und „sozialer Gerechtigkeit“? In einigen - sehr wenigen - muslimischen Kreisen herrscht der Gedanke, dass Engagement für die Rechte der nichtmuslimischen Mehrheitsgesellschaft falsch sei. Stimmen Sie dazu?

Muslime haben dieselbe Verantwortung im Hinblick auf Menschenrechte und sozialen Engagement, wie andersgläubige und -denkende. Auch Muslime sollten lernen, sich und andere erst einmal als Menschen wahrzunehmen. Denn zu denken, als Muslim so oder so auf der Siegerseite zu stehen, ist fatal und widerspricht jeglicher Logik. Muslime sind Menschen mit Ängsten, Hoffnungen, Wünschen und Träumen. Sie sind im Prinzip so, wie alle anderen Menschen auf dieser weiten Welt auch. Was sie von anderen unterscheidet ist ihre Glaubenseinstellung., so wie es bei Christen, Juden, Buddhisten, Hindus usw. auch ist. Der Mensch ist gleich, nur sein Glaube ist anders. Der eine glaubt an den einzigen Schöpfer, der andere glaubt an mehrere Götter, andere wiederum glauben an gar keinen Gott, was auch ein Glaube an sich ist. Zu glauben, nicht zu glauben. Und all das ist zu respektieren. Jeder möge nach seiner Fasson leben und glauben, solang er seinem Menschenbruder Respekt, Verständnis und Frieden gegenüber bringt. Zu denken, man solle als Muslim bloß keinem Nichtmuslim helfen, ist der reinste Schwachsinn. Menschen, die von sich behaupten Muslime zu sein, und solch einen Humbug von sich geben, sollten sich ihres Egozentrismus schämen und noch einmal überlegen, ob sie im Islam denn aufgehoben sind. Denn der Islam ruft seine Anhänger dazu auf, barmherzig, fried- und liebevoll zu den Geschwistern zu sein. Der Mensch ist, ganz gleich woran er glaubt, mein Bruder, allein aufgrund des Menschseins. Weder der Koran, noch die Sunna des Propheten, Friede und Segen seien mit ihm, begrenzen das Wort „Geschwister“ auf den Glauben oder auf die Nationalität, im Bezug auf soziales Engagement oder Barmherzigkeit. Wenn der Prophet, Friede und Segen seien mit ihm, sagt:

Das anlächeln deines Bruders ist eine Wohltat.“, meint er meinen leiblichen Bruder? Meinen Glaubensbruder? Oder meinen Bruder in der Menschlichkeit? In vielen Stellen macht uns der Prophet Mohamed, Friede und Segen seien mit ihm, darauf aufmerksam, für unsere Mitmenschen zu sorgen. Mit der Verbissenheit einiger muslimischen Geschwister kann ich genauso wenig anfangen, wie mit der Verbissenheit andere Geschwister, die anderen Glaubens- und Denkrichtungen angehören. Es ist eine Pflicht und eine Selbstverständlichkeit Menschen in Not zu unterstützen und zum Frieden in der eigenen Gesellschaf, aber auch International beizutragen.

 

Frau Mohamed, Sie sind bei der Jugend für ihre Offenheit und Polarisierung bekannt. Viele bewundern Sie. Welchen Ratschlag würden Sie den Jugendlichen mit auf den Weg geben?

Wenn ich polarisiere, dann nicht um Unruhe zu stiften, sondern um zum Nachdenken und zur Fairness aufzurufen. Ich akzeptiere und respektiere aufrichtig jede Meinung, auch wenn sie mir persönlich gegen den Strich gehen mag, denn ich mache ebenfalls Gebrauch davon „frei Schnauze“ zu sprechen, und lasse mir den Mund weder von Muslimen, noch von Andersgläubigen oder Andersdenkenden verbieten. Ich versuche immer, egal was geschieht, authentisch und meinen Prinzipien treu zu bleiben, denn ein Mensch ohne Prinzipien, so glaube ich persönlich, ist wie ein Segelschiff inmitten des Ozeans, welches sich von den Winden tragen lässt, ohne zu wissen, welchen Kurs es einnehmen soll. Hauptsache, es profitiert von den Winden, egal wie sie wehen. Und das ist nicht mein Fall. Allgemein rate ich vor allem den muslimischen Jugendlichen: Hände weg von Shekh Google und Shekh Wikipedia, und Vorsicht wen man um islamische Meinung fragt. Statt Dummschwätzern Folge zu leisten, sollte man selber die Courage aufbringen sich weiterzubilden und seriöse Quellen anzufragen. Ich rate den muslimischen Frauen endlich selbst das Wort zu ergreifen, und nicht immer andere für sie sprechen zu lassen. Weder die muslimische männliche Stimme, ganz gleich wie religiös diese sein mag, noch die nichtmuslimische Stimme, und hier ganz gleich ob Mann oder Frau, sollen für mich als Frau sprechen. Ich habe einen eigenen Mund, Verstand und eine eigene Seele. Da braucht keiner auf dem weißen Schimmel daherreiten, um mich zu retten. Niemand wird besser wissen, was die deutsche, muslimische Frau empfindet, welche Probleme und Ängste, aber auch Hoffnungen in sich trägt, als sie selbst.

Herzlichen Dank für das Interview!

By |Freitag, 12 August, 2011|News|0 Comments

Zahnräder Newsletter 15/2011

Der neue Zahnräder Newsletter 15/2011 ist online!

Der Newsletter Nr. 15 präsentiert sich mit einem neuen Layout und ist zudem der letzte vor dem Ramadan. Daher wurde in einem neuen Punkt ein Ramdanspezial eingebaut und wird bis zum Ende des Ramadan fortgesetzt. Des weiteren gibt es wichtige Infos über die Konferenz 2011, welche bald stattfinden wird. Interessante Informationen sowie viele wichtige Termine, Angebote und Jobs könnt im Newsletter 15/2011 ebenfalls eingesehen werden.

Eine Übersicht über das Angebot des Newsletters befindet sich hier, darunter die Link zum Newsletter-Archiv.

Wenn Sie den Zahnräder Newsletter noch nicht bekommen, dann können Sie sich rechts über unsere „Newsletter Anmeldung“ abonnieren.

By |Samstag, 30 Juli, 2011|News|0 Comments

Bewerben Sie sich für die Zahnräder Konferenz 2011

Ein Jahr ist bald um, dann ist es so weit:

Vom 7. bis zum 9. Oktober 2011 findet die Zahnräder Konferenz 2011 statt.*

2010 fand erstmals die Zahnräder-Konferenz statt und war für viele TeilnehmerInnen eine unvergessliche Veranstaltung. Sie bot über 100 aktiven und engagierten Muslimen aus der Republik die Möglichkeit Gleichgesinnte kennen zu lernen, Ideen und Wissen auszutauschen und Projekte zu diskutieren und weiter zu entwickeln.

Auch dieses Jahr bringt Zahnräder engagierte Muslime mit kreativen Ideen, innovativen Ansätzen und Projekten zusammen, um das Wissen aus ihrem Themenbereich zu teilen, diese zur Diskussion zu stellen oder hierfür gemeinsame Projekte zu entwickeln. Auch Teilnehmer aus dem letzten Jahr können sich für die Konferenz bewerben und neue Erkenntnisse und ihre Expertise teilen.

Die Konferenz bietet Ihnen die einzigartige Möglichkeit auf einer Plattform mit einer aufregenden Atmosphäre und zusammen mit anderen klugen Köpfen an Ihrem Projekt zu arbeiten. Ob Soziales, Wirtschaft, Wissenschaft und Umwelt oder Kunst, Film und Musik den Themen/den Ideen/ den Vorträgen sind keine Grenzen gesetzt. Bewerben Sie sich, tragen Sie dem hohen Wissensaustausch bei und werden Sie Teil des Netzwerks der Zahnräder Konferenz 2011.

Darüberhinaus wird in diesem Jahr das Impulsprojekt 2011 eingeführt: Ein Projekt bekommt die einmalige Chance, am ersten Konferenzabend seinen Werdegang vorzustellen. Dieses Impulsprojekt soll für die Teilnehmer ein greifbares Beispiel zur Umsetzung von Projektideen darstellen. Mehr Infos hier.

Bewerben Sie sich!

Mehr Infos finden Sie hier.

* Dieses Mal in NRW (genauer Tagungsort wird in Kürze bekannt gegeben).

By |Montag, 18 Juli, 2011|News|0 Comments

HIMA - islamisch, grün, nachhaltig

Oft hören wir von Herausforderungen, die uns in unserem Alltag, in der Familie, in der Schule, Uni oder Arbeit begegnen. Doch selten hören wir von einer Herausforderung, die unser Lebensstil und seine Folgen auf die Umwelt betreffen. Und noch seltener hören wir Muslime, die sich zu diesem Thema äußern und die sich tiefgründig mit dem Schwerpunkt ‚Islam und Umwelt‘ beschäftigen. Um diese Lücke zu füllen, stellte Noureddin A. die Projektidee „Grüner Blickwinkel - Umweltschutz aus islamischer Perspektive“ auf der Zahnräder-Konferenz 2010 vor und konnte mehrere Interessierte für das Projekt gewinnen. Später initiierte die evangelische Akademie Loccum im gleichen Jahr die Tagung “Wie grün ist der Islam?” um einen Einblick in die islamischen Bezüge zu Umwelt und Nachhaltigkeit zu gewähren. Mit denen in Loccum dazu gewonnen Interessenten kommt es nach den wöchentlichen Internet-Sitzungen zur Gründungsversammlung von HIMA im April 2011. HIMA - der Begriff ist eine traditionelle Maßnahme für Naturschutz, die in mehreren Ländern weiterhin angewandt wird. In HIMA wollen wir ein ethisches, ökologisch-nachhaltiges Handeln – motiviert von der islamischen Umweltethik fördern und eine Auseinandersetzung mit diesem Themenschwerpunkt voranbringen.

Wir haben HIMA zu Aktivitäten und Neuigkeiten befragt:

Wie läuft es derzeit bei HIMA?
HIMA formiert sich gerade zu einer Organisation und ist außer mit der üblichen Koordinierungs- sowie Öffentlichkeitsarbeit, damit beschäftigt die Mitglieder professionell zu schulen, um aus ihnen repräsentative Multiplikatoren zu machen. Das enorm positive Feedback bei dem MJD-Meeting 2011 zeigte uns, was für eine große Lücke mit HIMA, so Allah will, geschlossen wird.

Wie begegnen andere dem HIMA-Projekt?
Teilweise entgegnete HIMA überschwängliche Freude über eine längst überfällige Auseinandersetzung mit dem Themen-Komplex: „Natur- und Umweltschutz aus islamischer Perspektive“. Zum Beispiel haben wir mit unserer „Seedbombs“ - (Guerillia Gardening) Aktion beim MJD-Meeting ein Gefühl dafür vermitteln können, wie einfach es ist selbst die wünschenswerte „Veränderung“ zu sein. Am besten wachsen wir allerdings an konstruktiver Kritik. Jeder ist dazu aufgefordert die Wege über E-Mail oder Facebook nicht zu scheuen, um uns auf Dinge aufmerksam zu machen die wir übersehen haben.

Wie hat sich HIMA weiterentwickelt?
Wir sind pragmatischer und effektiver geworden und haben Skype, Mixxt & Co. genutzt. Formal-juristisch wird HIMA umgehend ins Vereinsregister eingetragen. Es gelingt HIMA zunehmend nützliche Netzwerke aufzubauen und unsererseits wichtige Informationen zu islambedingt-nachhaltigem Handeln anzubieten. Und wir erreichen zunehmend eine breitere Öffentlichkeit durch Homepage, Facebook und Infoflyer. Insgesamt ist die damalige Projektidee durch Kontinuität „reifer“ geworden.

Was sind die nächsten Schritte?
Wir wollen jetzt nicht viel verraten, aber euch erwartet ein sehr spannendes Projekt, ein Wettbewerb, woran jede Person teilnehmen kann. Mehr verraten wir nicht! Wir befinden uns in der Vorbereitungsphase und mit hoher Wahrscheinlichkeit wird das Projekt erst Anfang 2012 starten, wenn Allah will. Bis dahin sind wir im Bereich der Erwachsenenbildung, der Aufklärung über Umweltthemen und Islam tätig. So haben wir schon ein Bio-Fairtrade Frühstück in einer Moschee organisiert. Von solchen Projekten wird man in naher Zukunft noch viel mehr hören. Unsere Nachrichten und Neuigkeiten kann man auf der HIMA-Homepage verfolgen: www.hima-org.com und auf Facebook: “HIMA-Umwelt-und-Naturschutz-aus-islamischer-Perspektive

Vielen Dank für das Interview!

By |Donnerstag, 14 Juli, 2011|News|0 Comments

Aktiv: Ekrem Senol

In unserer Reihe “Aktiv” stellt Zahnräder regelmäßig herausragende muslimische Persönlichkeiten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor. Diesmal haben wir Ekrem Senol, den Chefredakteur von MiGAZIN, interviewt und ihn zu seinem Erfolg befragt.

Ekrem Senol, geb. 1975 in Gummersbach, gründete Anfang 2009 das MiGAZIN – ein unabhängiges online Fachmagazin zu Themen rund um Integration und Migration - und ist seit dem Chefredakteur.

Herr Senol, sie sind Chefredakteur von MIGAZIN. Wie kamen Sie zum Journalismus?
Das hat sich im Laufe der Jahre ergeben. Ich habe im Jahr 2005 meine ersten Artikel in meinem Blog www.JurBlog.de veröffentlicht und habe im Laufe der Zeit gemerkt, dass Bedarf vorhanden ist an Themen, die im Mainstream selten oder überhaupt nicht thematisiert werden. Die Resonanz auf meine Artikel hat mich im Laufe der Jahre immer mehr bestärkt, weiter zuschreiben. Als das Bundesverfassungsgericht 2007 dann erstmals in der Geschichte der Juristerei aus dem Internet – aus meinem Blog! – zitierte und damit Onlinequellen offiziell als zitierfähig anerkannte, ging mir ein Licht auf. Wenn man mit einem simplen Blog schon etwas bewegen kann, was wäre dann wohl möglich, wenn man ein richtiges Medium hätte? So ging Anfang 2009 das MiGAZIN online.

Warum gründeten Sie MIGAZIN und weshalb ist es für Sie wichtig, dass Migranten auch ein Sprachrohr haben?
Medien stellen – wenn auch inoffiziell – die vierte Gewalt dar und haben enormen Einfluss auf die gesellschaftliche Willensbildung. Und keine Gesellschaft kann es sich leisten, hier ganze Bevölkerungsgruppen außen vor zu lassen, wenn man an einer differenzierten Willensbildung interessiert ist. Die jüngsten Debatten haben wieder anschaulich vor Augen geführt, wie einseitig und effekthascherisch Medien auch im 50. Jahr des deutsch-türkischen Gastarbeiterabkommens berichten und selbst gestandene Politiker in eine ganz bestimmte Richtung lenken.

Schauen wir uns nur mal an, welchen Personenkreisen in den Medien regelmäßig ein Podiumgeboten wird und welchen nicht, kommen wir der eigentlichen Problematik näher. Wir haben in Deutschland zwar die Meinungsfreiheit, sind von der Chancengleichheit aber noch weit entfernt. Was nützt es, wenn man seine Meinung frei äußern kann, wenn es nicht wahrgenommen wird, während anderen ein Millionenpublikum zur Verfügung gestellt wird? Daher sind Medien wie MiGAZIN wichtig, die Chancengleichheit auch in diesem Zusammenhang herstellen.

Ein weiterer Punkt ist, dass Menschen mit Migrationsgeschichte über Mittel verfügen müssen, mit der sie selbstbestimmt auftreten können. Sie müssen Themen selbstbestimmt setzen und anstoßen können. Das wäre Teilhabe am Willensbildungsprozess. Diese Freiheit wird aber niemand auf demSilbertablett servieren. Da muss sich jeder selbst darum kümmern und anstrengen. Das MiGAZIN ist ein Teil dieser Anstrengung, auch wenn es im Vergleich zu den Großen noch in den Kinderschuhensteckt. Aber irgendwo muss man ja anfangen.

Wie sind die Reaktionen auf Ihre Arbeit? Gibt es vielleicht das eine oder das andere, was Sie besonders motiviert?
Die Resonanz auf das MiGAZIN war für uns in dieser Form so gar nicht vorhersehbar. Innerhalb kürzester Zeit hat sich das MiGAZIN zu einer festen Anlaufstelle etabliert, wenn es um migrantische Themen geht. Schon nach kürzester Zeit hatten wir Hunderte Newsletter-Abonnenten, die aus Verbänden, Stiftungen, Medien, der Politik kommen. Das geht hoch bis in das Bundeskanzleramt. Da wurde uns klar, dass das, was wir schreiben, auch an den richtigen Stellen wahrgenommen wird.

Natürlich wird es immer Leser geben, denen unsere Arbeit nicht schmeckt. Davon lassen wir uns aber nicht beirren. Zuschriften unserer Leserinnen und Leser bestärken uns täglich darin, dass wir auf dem richtigen Weg sind und eine wichtige Arbeit für ein neues Selbstbewusstsein leisten.

Das zeigt sich auch an den steigenden Zahlen deutschsprachiger Angeboten im Netz, die mittlerweilevon Menschen mit Migrationsgeschichte produziert und betrieben werden. Das MiGAZIN hat da etwas ins Rollen gebracht. Vor MiGAZIN hätte man noch lange suchen müssen, ehe man auf deutschsprachige Angebote von Migranten findet.

Was uns aber am meisten motiviert sind die mittlerweile mehreren Hundert MiGMACHER, die sich uns angeschlossen haben und heute das MiGAZIN mitgestalten. Es sind junge und alte Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet und sogar aus dem Ausland. Sie sehen in MiGAZIN eine Chance, ihren Teil dazu beizutragen, die mediale Schieflage zu begradigen. In den vergangenen zweieinhalb Jahren haben an MiGAZIN schon weit über 200 Menschen aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern freiwillig mitgewirkt. Das freut und motiviert uns am meisten.

Das Zahnräder-Netzwerk versucht beispielhafte muslimische Intellektuelle zu präsentieren, und Jugendliche somit zum gesellschaftlichen Engagement zu motivieren. Was würden Sie gern muslimischen Jugendlichen auf den Weg geben? Was sollten ihre Visionen sein? Vielleicht Zukunftsperpektiven?
Zunächst einmal möchte ich den „Zahnrädern“ gratulieren, dass sie ein so tolles Projekt auf die Beinegestellt haben. Hut ab!

Zu Ihrer Frage: Ich würde gerne ein Zitat von Plinius dem Älteren wiedergeben - für alle Jugendlichen und nicht für muslimischen allein: „Glücklich sind jene, die Taten vollbringen, die es wert sind, aufgezeichnet zu werden, oder Schriften verfassen, die es wert sind, gelesen zu werden.“ Das ist übrigens unser MiGMACHEN-Zitat.

Ich beobachte häufig, dass insbesondere Jugendliche Angst davor haben, Fehler zu machen oder sich selbst bei kleinsten Hürden entmutigen lassen. Dabei kann doch nur der Fehler machen, der überhaupt etwas tut. So lernt man dazu und wird am Ende doch nur besser. Wir bei MiGAZIN sind mit unseren Fehlern gewachsen. Und irgendwann sieht man keine Hürden mehr, sondern nur noch Herausforderungen. Unsere Devise bei MiGAZIN lautet einfach nur: „Tun!“ In jeder Lebenslage und insbesondere nach Rückschlägen. „Tun, trotzdem tun“. Am besten mit Leidenschaft und Überzeugung. Dann ist alles möglich.

Herr Senol, wir danken Ihnen für dieses Gespräch!

 

By |Samstag, 18 Juni, 2011|News|0 Comments

Gazelle – Das multikulturelle Frauenmagazin

Einige Frauen werden Gazelle bereits kennen. Einige vielleicht noch nicht. Deswegen habt ihr jetzt die Gelegenheit die Bekanntschaft nachzuholen. Gazelle profiliert sich als unabhängiges, multikulturelles Frauenmagazin. Das erste und einzige ihrer Art. Viele deutsche Frauenmagazine sind zu einseitig und sprechen insbesondere Frauen mit Migrationshintergrund nicht an. Diese Lücke möchte Gazelle füllen und reflektiert deswegen die vielfältigen Frauenthemen, die im multikulturellen Deutschland inzwischen zur Realität gehören.

Sineb El Masrar, die Herausgeberin und Chefredakteurin der Gazelle, beantwortete unsere Fragen zum Magazin.

Sineb ist eine deutsche Autorin und Journalisten und zählt zu den prominentesten und aktivsten Frauen in der deutsch-muslimischen Community. Sie gründete im Jahr 2006 Gazelle, nahm im selben Jahr an der Integrationskonferenz und 2010 an der Deutschen Islamkonferenz teil. Ihr Buch „Muslim Girls: Wer wir sind, wie wir leben“ erschien im Herbst 2010.

Sineb, wie läuft es derzeit bei Gazelle?
Derzeit läuft bei uns eine Aborettungsaktion. Wir brauchen 1000 neue Abonnenten um weiter als Printmagazin erscheinen zu können. Denn als unabhängiges Medium ohne großen Investor ist es alles andere als einfach ein Printmagazin auf dem Markt zu erhalten. Außer den Druckkosten kommen andere Kosten hinzu wie Erstellung oder Vertriebskosten beispielsweise.

Was für Feedback bekommt Ihr?
Wer Gazelle mal gelesen hat, ist eigentlich immer schnell begeistert und kauft das Heft regelmäßig bzw. abonniert es. Aber der Weg zur zukünftigen Leserin ist nicht immer einfach, wenn kein Werbebudget zur Verfügung steht.

Was habt ihr schon erreicht?
Wir haben ein paar neue Aboerklärungen gewinnen können. Die 1000ner Marke ist aber noch nicht geknackt. Wir sind gerade bei 400 Aboerklärungen. Außerdem planen wir eine kleine Werbeaktion. Beim MJD-Treffen haben wir auch geworben, aber merkwürdigerweise war man sehr kritisch uns gegenüber, was ich ehrlich gesagt etwas merkwürdig finde.

Welche Neuerungen werden kommen?
Wenn es weitergeht, wird Gazelle zum einen sein Webportal optimieren und den Copypreis von 8€ auf 4,80€ senken. Und von halbjährliche Erscheinungsweise auf vierteljährlich wechseln.

Wir bedanken uns herzlich bei Sineb und wünschen Gazelle viel Erfolg und vor allem die fehlenden 600 Aboerklärungen!

By |Donnerstag, 16 Juni, 2011|News|0 Comments