Erdogan Karakayar erzählt uns in einem Interview über sein sehr interessantes Projekt: “Initiative Kabir”. Die Projektidee basiert auf der islamischen Bestattung in Deutschland und versucht, den in Deutschland lebenden Muslimen die Möglichkeit zu bieten, nach ihren Glaubensvorschriften bestattet zu werden.

Dies ist das vierte Interview einer Interviewserie, die wir mit den beliebtesten Teilnehmer-Projekten der Zahnräder Konferenz 2013 durchgeführt haben.

ZR: Worum geht’s bei deinem Projekt?

Erdogan Karakayar: Mein Projekt möchte, wie sicherlich viele andere Projekte auch, auf mehreren Zielebenen erfolgreich sein.
Im Grunde genommen möchte ich unserer hiesigen Gesamtgesellschaft vermitteln, dass Muslime hier geboren werden, sich hier sozialisieren und leben und auch hier sterben werden. Sie sind also, als Deutsche Muslime ein nicht-wegdenkbarer Teil dieser Gesellschaft und gehören zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieses Landes.
Des Weiteren sollen in Deutschland lebende Muslime durch Initiative-Kabir.de auf die Möglichkeit der islamischen Bestattung in Deutschland aufmerksam gemacht werden. Denn viele wissen immer noch nicht, dass es die Optionen gibt auch in Deutschland islamisch konform bestattet zu werden.

ZR: Wie kann man euch unterstützen/Was braucht ihr?

Erdogan Karakayar: Schreibt mir, wenn in Eurer Nähe ein muslimisches Grabfeld existiert oder geschaffen werden soll.
Sendet mir selbstgeschossene Fotos und seid mein AnsprechpartnerIn, wenn ich jemanden für ein Interview zu diesem Grabfeld suche.

ZR: Wohin soll es gehen? (Ziele/Träume)

Erdogan Karakayar: Ich würde mir wünschen, dass alle muslimischen Grabfelder in Deutschland und im deutschsprachigen Raum (Österreich/ Schweiz) dokumentiert werden.
Ich würde mir wünschen, dass Menschen Initiative-Kabir.de als erste Info-Anlaufstelle zu muslimischen Grabfeldern besuchen und sich hier vorab informieren.
Durch diese Initiative soll eine langfristige Dokumentation der muslimischen Sepulkralkultur im deutschsprachigen Raum garantiert werden. Vielleicht kann ich dadurch zur Dokumentation (muslimisch) deutscher Geschichte beitragen.

ZR: Was hast du von der Zahnräder Konferenz 2013 mitgenommen?

Erdogan Karakayar: Zunächst empfand ich die Zahnräder Konferenz 2013 als extrem motivierend.
Ich habe noch auf keiner anderen Veranstaltung so junge, professionelle und hochmotivierte Menschen kennengelernt.
Es war toll andere Facetten und Lebenswelten von jungen Musliminnen und Muslimen in Deutschland zu sehen.

ZR: Was würdest du anderen Projekten/Startups mit auf den Weg geben?

Erdogan Karakayar: Die Projektideen sollen nicht bloße Ideen bleiben, sondern realisiert werden. Ich habe mit Freunden den Weg gewählt einen Verein namens Mosaik-Deutschland.de in Heidelberg zu gründen.
Unsere Intention ist es, tollen Ideen den juristischen Rahmen zu schaffen, der es ihnen erlaubt eventuell interessierte Sponsoren zu gewinnen oder Projektgelder zu akquirieren.
Auf der Konferenz gab es meiner Meinung nach ganz viele Ideen, die das Potential haben ein realisierbares Projekt zu werden, das positiv in die Gesamtgesellschaft hineinwirken kann.

ZR: Was ist das Motto, das dich in deiner Arbeit (deinem Projekt) motiviert?

Erdogan Karakayar: Es gibt genug Menschen auf der Welt, die Dich daran erinnern, wie schön das Leben ist. Vielleicht bin ich derjenige auf dieser Welt, der die Menschen daran erinnert, dass es den Tod gibt und dass das Leben endlich ist.