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Die Interviewreihe der diesjährigen Zahnräderkonferenz startet mit dem Projekt „Begleithilfe“. Es geht um die Barrierefreiheit und aktive Teilnahme an der Gesellschaft von Senioren und Menschen mit Behinderung. Detaillierte Inform
ationen und einen Einblick hinter die Facetten erhaltet Ihr in einem sehr spannenden Interview.
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ZR: Stelle dich bzw. stellt euch in maximal 5 Sätzen persönlich vor.
Mein Name ist Ali Yildirim, bin Diplom-Kaufmann, Gründer von begleithilfe.de und fast blind. Die Idee zu begleithilfe.de kam mir im letzten Jahr. Ich wollte auf eine Messe für Blinde & Sehgeschädigte, musste den Besuch jedoch aufgrund mangelnder Begleiter absagen. Es musste eine zentrale Anlaufstelle für Senioren und Menschen mit Behinderung geben, über die sie einfach und unkompliziert Begleitpersonen hätten buchen können. Diese Idee setze ich nun erst in Aachen und dann hoffentlich bundesweit um.
ZR: Worum geht’s bei eurem Projekt und wer ist beteiligt?
Es geht um Verantwortung und Fürsorge für andere Menschen, um die Sensibilisierung der Gesellschaft für ein besseres Miteinander und um mehr Lebensqualität für hilfsbedürftige Personen.
Auf begleithilfe.de können Senioren und Menschen mit Behinderung sowie deren Angehörige nach Begleitpersonen in ihrer Nähe suchen, um Alltagsaufgaben oder Freizeitaktivitäten wahrzunehmen. Das können Arztbesuche oder Behördengänge sein, aber auch einmal ein Spaziergang im Park oder ein Museumsbesuch. All das, was für mobil uneingeschränkte Menschen zum alltäglichen Leben gehört.
ZR: Wie kann man euch unterstützen/ Was braucht ihr?
Bis zum 11.6. kann man uns bei unserer Crowdfunding-Kampagne auf oneplanetcrowd.de unterstützen, indem man entweder eine Kleinigkeit spendet und/oder über unser Crowdfunding schreibt oder spricht.
Darüber hinaus kann man uns natürlich mit Feedback zu unserem Projekt, mit relevanten Kontakten zu Medien, Verbänden, Vereinen oder Behörden unterstützen.
ZR: Wohin soll es gehen? (Ziele/Träume)
Das Ziel ist eine bundesweit zentrale Anlaufstelle, wenn es darum geht, Helfer für Alltagsaufgaben zu finden. Das Buchen einer Begleitperson soll so einfach sein wie das Buchen eines Flugtickets im Netz. Ohne komplizierte Anmeldeverfahren oder Jobanzeigen, auf die sich kein Mensch bewirbt.
Mein Traum ist es, dass die Zielgruppe der Senioren und Menschen mit Behinderung, die immer weiter zunimmt, ihr Verhalten verändert. Nicht mehr Aufgaben verschiebt, weil gerade kein Angehöriger zur Verfügung steht oder aufgrund dessen vereinsamt. Denn Vereinsamung hat einen großen Einfluss auf Demenz. Das können wir uns in einer immer älter werdenden Gesellschaft nicht leisten.
Der soziale Mehrwert soll dann sein, dass sich die Gesellschaft hin zu einer besseren entwickelt. Eine Gesellschaft, in der Individuen Verantwortung für Mitmenschen übernehmen, eine inklusivere Gesellschaft wird.
ZR: Was hast du von der Zahnräder Konferenz 2015 mitgenommen?
Sehr viel Zuspruch und positives Feedback. Gerade nach der Verleihung der Auszeichnung für den 1. Platz sind viele Teilnehmer auf mich zugekommen, haben mich beglückwünscht und zum Ausdruck gebracht, wie toll sie die Idee finden. Dies hat für viel Motivation gesorgt.
Ich bedanke mich noch einmal bei allen, die mir diese schönen drei Tage beschert haben.
ZR: Was würdest du anderen Projekten/Startups mit auf den Weg geben?
Wie ich auch bei meiner Dankesrede gesagt habe: „Dranbleiben! Wenn ich es schaffe, schafft ihr es auch!“ Es kommt vor, dass andere einem so ein Projekt nicht zutrauen, Türen verschlossen werden und die Motivation am Tiefpunkt ist. Ich bin der Meinung, dass letztendlich diejenigen erfolgreich werden, die den längeren Atem haben. Und das bedeutet vor allem immer weiter an dem Projekt zu arbeiten, selbst wenn es jeden Tag nur ein bisschen sein sollte. Und: Den Glauben nicht verlieren!
ZR: Was ist das Motto, das dich in deiner Arbeit (deinem Projekt) motiviert?
„Wenn es für mich zum Guten ist, dann möge ich es bekommen“. Das beinhaltet, dass mich Rückschläge nicht zurückwerfen. Sonst würde ich als fast komplett Blinder nicht ein Startup gründen.
Wenn ich etwas nicht erreiche, dann war es auch nicht gut für mich. Also halte ich mich nicht länger daran auf und arbeite einfach wie gewohnt weiter.
