Leise plätschert ein Bächlein durch den Wald. Die Vögel zwitschern und die Bäume leuchten in lindgrün. Auf einer Lichtung blühen die ersten Blumen – es ist Frühling! Doch etwas stört die Idylle. Überall liegt Müll verstreut: Kaugummipapier, Zigarettenschachteln, ganze Abfallsäcke - achtlos von den Menschen weggeworfen.
Da ich immer wieder diese Erfahrung mache, widme ich meinen heutigen Beitrag dem Thema Nachhaltigkeit. Jährlich produzieren deutsche Haushalte eine halbe Tonne Müll – das sind 1,3 Kilogramm Abfall pro Tag, die wir nicht in unseren Wohnungen haben wollen. Damit wir als Menschheit nicht eines fernen Morgens auf einer stickigen Müllhalde aufwachen und uns fragen, was passiert ist, dürfen wir die Verantwortung für unsere Verschmutzungen nicht auf die nächste Generation abwälzen. Auch für das Zahnräder Netzwerk ist Nachhaltigkeit in Form von Umwelt- und Naturschutz ein Anliegen, welches immer wieder in Form von Projekten ideel und materiell unterstützt wird.
Ein Beispiel dafür ist die gemeinnützige Organisation HIMA, die bei der Zahnräder Konferenz 2011 als Projekt den zweiten Platz belegte und für ihre Arbeit in muslimischen Gemeinden ausgezeichnet wurde. HIMA hat sich Umwelt- und Naturschutz aus islamischer Sicht auf die Fahne geschrieben und fördert aktiv nachhaltiges Konsumverhalten bei Muslimen. Kübra Ercan, Vorsitzende von HIMA, die auch Koordinatorin der europaweiten “Green Up my Community”-Kampagne ist, versucht in Moscheen nachhaltiges Handeln und aktiven Umweltschutz zu verankern. Ein Credo des Projekts: Man braucht nicht viel, um Großes zu bewirken. Oftmals sind schon kleine Verhaltensänderungen, wie Müll trennen und Wasser sparen ausreichend, um etwas in der Gemeinde zu bewegen. Ziel von HIMA ist es, Muslime daran zu erinnern, dass Umweltbewusstsein auch eine islamische Pflicht ist. Aber auch größere Aktionen wie die Installationen von Solarpanelen auf den Dächern von Moscheen sind geplant. Dabei wird die Moschee auf ihre Vorbildfunktion aufmerksam gemacht und bietet die Möglichkeit möglichst viele Menschen zu erreichen und zum Nachdenken zu bewegen. Denn die wichtigste Voraussetzung für Nachhaltigkeit ist ein Sinneswandel in den Köpfen.

Der Weg dorthin ist noch lang und steinig aber auch du kannst etwas dazu beitragen. Es ist leicht:
Stell den Wasserhahn ab während du deine Zähne putzt. Nimm für deine Gebetwaschung einen Eimer anstatt das Wasser laufen zu lassen. Oder fange noch heute an deinen Müll zu trennen. Versuche die Natur bei einem Spaziergang bewusst zu erleben und die Schönheit der Schöpfung zu erkennen. Auch Urban Gardening ist ein tolles Konzept. So kannst du auch mitten in der Stadt dein eigenes Gemüse ernten oder Blumen pflanzen. Das kannst du auf deinem Balkon oder auf der Fensterbank machen aber immer mehr Städte bieten auch Felder an, die man für einen kleinen Preis mieten, selbst bepflanzen und später das eigene Gemüse ernten kann. Hierbei wirst du von erfahrenen Bauern unterstützt, die dir Tipps und Tricks rund um den Anbau und Ernte geben. Außerdem kannst du Gleichgesinnte treffen oder auch direkt ein Feld gemeinsam mit deiner Familie oder Freunden mieten. So hast du weniger Arbeit und gemeinsam macht es mehr Spaß. Anbieter hierfür sind z.B. www.ackerhelden.de oder www.meineernte.de. Schau doch mal, ob es auch in deiner Stadt angeboten wird und du noch in diesem Sommer dein Gemüse aus garantiert ökologischem Anbau ernten kannst – nämlich aus deinem eigenen.
Egal für welchen Weg du dich entscheidest mit kleinen Veränderungen in unserem alltäglichen Leben können wir viel bewirken, ein Umdenken in der Gesellschaft in Gang setzen und gemeinsam unseren Planeten erhalten. Um es mit Kübra Ercans Worten zu formulieren: „Nachhaltigkeit ist, bereits heute an übermorgen zu denken!“.

Nur zur Info: Meine Ernte ist nicht ökologisch. Selbst wenn im Sommer nur biologisch gewirtschaftet wird, bringt der konventionelle Landwirt im Winter synthetische Dünger aus.
Ökologisch wirtschaftende Betriebe haben ein Zertifikat. Das kann man erfragen. Soweit ich weiß, sind bei Ackerhelden, Bauergärten und Gartenglück z.B. alle Standorte zertifiziert und Bio. Bei meine-Ernte nur drei. Der Rest der Höfe arbeitet herkömmlich mit Pestiziden und Herbiziden.