Wir befinden uns in einer kleinen Stadt in Norddeutschland, Petershagen nahe Minden. Der Kalender sagt uns, dass es der 7. Oktober 2011 ist. Die Teilnehmer der Konferenz sind größtenteils schon eingetroffen und haben sich mit den Räumlichkeiten der Jugendherberge schon vertraut gemacht.

© Younes Al-Amayra

Im großen Vortragssaal beginnt um 17 Uhr die Konferenz mit einer Rezitation aus dem Qur’an. Nach einer kleinen Einleitung und Begrüßung des Moderationsteams eröffnet Ahmad Abdelmonem vom AKE Bildungswerk die Vortragsreihe am ersten Abend. In seinem Vortrag vermittelte er Möglichkeiten zum Erlangen ideeller und finanzieller Unterstützung von Projekten und Initiativen.

Einen ersten Eindruck von gesellschaftlichen Projekten durch Muslime durften wir bei der Präsentation von Study Coach 2.0 erfahren, welche dieses Jahr die Auszeichnung zum Impulsprojekt gewonnen hatten. Study Coach 2.0 führt aktiv anhand eines ausgeklügelten Beratersystems Abiturienten/-innen und angehenden Studenten/-innen in und durch eine studentische Karriere.

Der Architekt Alen Jasarevic vermittelte den Anwesenden auf beeindruckende Weise und mit simplen, aber aussagekräftigen Fotos von innovativen Methode Moscheen zu entwerfen, welche mehr der mitteleuropäischen Lebenswirklichkeit entsprechen. Er zeigt Bildern aus der von ihm entworfenen Moschee in Penzberg im katholischen Oberbayern, welche in den lokalen als auch überregionalen Medien mehrmals lobend erwähnt wurde.

Als Ausklang für den Abend gab es eine interaktive Runde von „Human Bingo“, um das Netzwerken voran zu bringen und Kontaktbarrieren aufzuheben.

Tag 2

Bis 7:45 Uhr hatten die Teilnehmer Zeit ihre 20 „Lieblingsprojekte“ zu wählen, welchen dann die Möglichkeit gegeben wurde sich im Tagesverlauf in den Seminarräumen in Kleingruppen näher vorzustellen.

Die Projekte wurden in verschiedene Themengebebiete unterteilt. So gab es Projekte in der Kategorie Bildung, Kunst, Medien, Gesundheit/Medizin, Umwelt, Wissenschaft, Wirtschaft und der am häufigsten gewählten Kategorie: Soziales. Neben den Projekten gab es zu jedem Themengebiet auch immer Vorträge, die man besuchen konnte, um sich zu informieren und motivieren.

Gegen 17:00 Uhr stellte sich das „Netzwerk-Zahnräder“ selbst vor. Die neuen funktionellen Gruppen präsentieren sich in kurzen Abschnitten, so gibt es neben einem Organisationsteam, einem Presseteam, der Finanzabteilung und einigen weiteren, auch eine Human Ressources Abteilung (Personalwesen).

Der Abend wird abgerundet durch einen sehr beeindruckenden Vortrag von Erika Theißen, der Geschäftsführerin des Begegnungs- und Fortbildungszentrums muslimischer Frauen e.V. (BFmF e.V.) in Köln. Mit dem mehrsprachigen und vielseitigen Angebot an Projekten im Bereich der Betreuung, Bildung und Begegnung schafft das BFmF eine vorbildliche Plattform für bisher mehrere Tausend–zum überwiegenden Teil weibliche – Muslime, aber auch für ca. 30% Nichtmuslime.
Mehrfach wurde das Zentrum schon ausgezeichnet. Die jüngste Auszeichnung erhielt Frau Theißen persönlich, nämlich das Bundesverdienstkreuz.

Der anschließend auftretende Poet unterhielt die Konferenzteilnehmer mit englischen Gedichten, die, aufgrund der sprachlichen Barriere, nicht immer auf Verständnis bei den Zuhörern stieß. Er unterstützt seinen Auftritt jedoch mit sehr aktiven Showelementen und gewann dadurch einen beachtlichen Teil der Gäste für sich.

Sollte das nun eigentlich der Schlusspunkt des Abendprogramms sein, ging es bei einigen Teilnehmern jetzt erst richtig los mit dem Netzwerken, Beraten, Unterhalten oder Kontakte-knüpfen und das bis tief in die Nacht.

Tag 3

Am letzten Tag stand das Netzwerken nochmal im Vordergrund. Die Teilnehmer schlossen sich in Themengruppen zusammen und nutzen die Arbeitsgruppenphase zum untereinander kurzschließen und zum Besprechen von Kooperationen. Die Ergebnisse werden anschließend präsentiert und die Erfolge der Konferenz – das erfolgreiche Vernetzen von klugen Köpfen – wurde eindrucksvoll veranschaulicht.

Als Abschluss der Konferenz fand die Gewinnerbekanntgabe statt. Den dritten Platz macht das Projekt „Saafi“, welches ehrenamtliches Engagement mit einem Preis fördern möchte. Auf Platz zwei landet das Umweltprojekt „Hima“, das für umweltbewusstes Handeln im Kontext des Islams sensibilisieren und aktiv die Situation verbessern möchte. Platz eins, und damit 2.000€, gingen an „I-Slam“, dem Islamischen Poetry Slam Contest von Muslimen für jedermann.