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Die sozialen Dimensionen muslimischer Feste

Besinnlichkeit, viel Harmonie, etwas Besonnenheit liegen in der Luft. Vorfreude, viel Aufregung, etwas Hektik liegt zwischen den regen Akten der Vorbereitungen. Und Glück, ganz viel Spannung, etwas Hoffnung umgibt die kleinen Köpfe, die sich über die Hände der Erwachsenen beugen und je einen schnellen Kuss auf diesen lassen, um ein kleines Taschengeld einzuheimsen. Es gibt besondere Tage unter Muslimen, Tage, die nicht nur mit ihrer Bedeutung, sondern auch mit der Verbringung dieser herausstechen. Nach einmonatigem Fasten beglückte uns das sogenannte Eid-ul Fitr, das Ramadanfest, und nun beseelt die muslimischen Kreise das Eid-ul Adha, das Opferfest.

Auch im Netzwerk wird an diesen Tagen innegehalten, die Vorzüge und Eigenschaften dieser gedacht, von jedem geteilt und von allen genossen. Besonders an diesen Tagen wird die auch sonst erlebte Einheit, der engumschnürte Zusammenhalt hervorgehoben, durch Aktivitäten und gegenseiten Beglückwünschungen emporgehoben, auf den präsenten Netzwerksockel. Ramadan verlief mit dem Bündel an gemeinsamen Iftaren in verschiedenen Städten auf eine ganz spezielle und erinnerungsträchtige Weise. Um unterschiedlichen Tischen saßen unterschiedliche Zahnräder in völlig unterschiedlichen Orten, rund um Deutschland versprühte das Netzwerk seinen Teamgeist, seinen Kern des sozialen Miteinanders. Und auch am Ramadanfest war die große Festlichkeit über das Netzwerkonstrukt gelegt, jeder beglückwünschte jeden, jeder freute sich wie der andere.

Eid ist mehr als ein Tag zwischen emsigen Gratulationen vor Moscheen, tobenden Kindern in Haushalten. Es ist mehr als die süßlich duftenden Gerüche in den Wohnungen oder die zahllose Ladung an Schuhen der Besucher vor der Haustür. Das Wesensmerkmal dieser Tage ist das Gefühl der Einheit, der Fokus auf diesem und die gebührende Auslebung von Seiten der Muslime. Es stärkt das zwischenmenschliche Verbundenheitsgefühl enorm, die soziale Ader eines jeden pocht auf an diesen Tagen, an diesem Tag. In unermüdlichem Takt.

Nicht nur, dass Eid unter Muslimen das Gefühl einer gemeinsam gelebten Freude schafft, auch das dringende Bedürfnis jene Freude mit nicht gemeinen Gemütern zu teilen regt sich und lässt an Nachbarstüren klopfen, um Teller befüllt mit traditionellem Baklava, nur eine Art der unzähligen Süßspeisen an Eid, oder deftigem Essen mit einem überschwänglichem Lächeln zu übergeben. Eid ist eine konstante Erinnerung an die so manche Zeit zu schwinden scheinenden sozialen Prägungen unserer Gesellschaft. Tage, die auf Gemeinnützigkeit deuten, auf verblasste Handlungen wie das selbstverständliche Zulächeln und Beglückwünschen von zwei Fremden oder das harmonische Beisammensitzen, vermengt mit reellen, ehrlichen Gesprächen, fernab von technokratisch bedingten Screenshotbeschüssen und Selfiewellen. Besonders in einem sozial konnotierten Netzwerk, wie der unserem, sind solche Tage gelebte Reminder. Um dieser Auslebung gerecht zu werden, bedarf es nichts weiter als Authentizität und Offenheit innerhalb der Kommunikation, Besonnenheit und Rücksicht innerhalb der Handlungen mit-und untereinander. Und dies erlebten wir sowohl im gesamten Ramadan, wie im darauffolgenden Fest, als auch heute, am Opferfest.

Erneut durchleben wir all die wunderschön verbindenden Gefühle, die gemeinsamen Emotionen, die dieser mit Familie und Freunden bepackte Tag in allen Ecken Deutschlands versprühen lässt. Als das Zahnräder Netzwerk sind wir neben der festlichen Stimmung, auch dem sozialen Pushpotenzial des Eid bewusst und weisen mit Elan und Nachdruck auf dieses hin. Lasst uns den Eid nicht um unser, sondern um unser aller Willen verbringen. Um der gemeinschaftlichen Symbolik nicht nur nachzusinnen, sondern nachzuahmen.

Wir wünschen Euch, jedem Einzelnen da draußen, ein wunderschönes und gesegnetes Opferfest. Auf dass uns die besonders heute spürbare Einheit nie verlässt.

 

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 Ein gelungenes Iftaressen von vielen: ZahnräderX Hessen

By |Donnerstag, 24 September, 2015|News|0 Comments

Interview #Begleithilfe

Zahnräder Konferenz 15_Tasnim Baghdadi_869Zahnräder Konferenz 15_Tasnim Baghdadi_865Die Interviewreihe der diesjährigen Zahnräderkonferenz startet mit dem Projekt „Begleithilfe“. Es geht um die Barrierefreiheit und aktive Teilnahme an der Gesellschaft von Senioren und Menschen mit Behinderung. Detaillierte InformZahnräder Konferenz 15_Tasnim Baghdadi_869ationen und einen Einblick hinter die Facetten erhaltet Ihr in einem sehr spannenden Interview.
Zahnräder Konferenz 15_Tasnim Baghdadi_869Zahnräder Konferenz 15_Tasnim Baghdadi_849

ZR: Stelle dich bzw. stellt euch in maximal 5 Sätzen persönlich vor.
Mein Name ist Ali Yildirim, bin Diplom-Kaufmann, Gründer von begleithilfe.de und fast blind. Die Idee zu begleithilfe.de kam mir im letzten Jahr. Ich wollte auf eine Messe für Blinde & Sehgeschädigte, musste den Besuch jedoch aufgrund mangelnder Begleiter absagen. Es musste eine zentrale Anlaufstelle für Senioren und Menschen mit Behinderung geben, über die sie einfach und unkompliziert Begleitpersonen hätten buchen können. Diese Idee setze ich nun erst in Aachen und dann hoffentlich bundesweit um.

ZR: Worum geht’s bei eurem Projekt und wer ist beteiligt?
Es geht um Verantwortung und Fürsorge für andere Menschen, um die Sensibilisierung der Gesellschaft für ein besseres Miteinander und um mehr Lebensqualität für hilfsbedürftige Personen.
Auf begleithilfe.de können Senioren und Menschen mit Behinderung sowie deren Angehörige nach Begleitpersonen in ihrer Nähe suchen, um Alltagsaufgaben oder Freizeitaktivitäten wahrzunehmen. Das können Arztbesuche oder Behördengänge sein, aber auch einmal ein Spaziergang im Park oder ein Museumsbesuch. All das, was für mobil uneingeschränkte Menschen zum alltäglichen Leben gehört.

ZR: Wie kann man euch unterstützen/ Was braucht ihr?
Bis zum 11.6. kann man uns bei unserer Crowdfunding-Kampagne auf oneplanetcrowd.de unterstützen, indem man entweder eine Kleinigkeit spendet und/oder über unser Crowdfunding schreibt oder spricht.
Darüber hinaus kann man uns natürlich mit Feedback zu unserem Projekt, mit relevanten Kontakten zu Medien, Verbänden, Vereinen oder Behörden unterstützen.

ZR: Wohin soll es gehen? (Ziele/Träume)
Das Ziel ist eine bundesweit zentrale Anlaufstelle, wenn es darum geht, Helfer für Alltagsaufgaben zu finden. Das Buchen einer Begleitperson soll so einfach sein wie das Buchen eines Flugtickets im Netz. Ohne komplizierte Anmeldeverfahren oder Jobanzeigen, auf die sich kein Mensch bewirbt.
Mein Traum ist es, dass die Zielgruppe der Senioren und Menschen mit Behinderung, die immer weiter zunimmt, ihr Verhalten verändert. Nicht mehr Aufgaben verschiebt, weil gerade kein Angehöriger zur Verfügung steht oder aufgrund dessen vereinsamt. Denn Vereinsamung hat einen großen Einfluss auf Demenz. Das können wir uns in einer immer älter werdenden Gesellschaft nicht leisten.
Der soziale Mehrwert soll dann sein, dass sich die Gesellschaft hin zu einer besseren entwickelt. Eine Gesellschaft, in der Individuen Verantwortung für Mitmenschen übernehmen, eine inklusivere Gesellschaft wird.

ZR: Was hast du von der Zahnräder Konferenz 2015 mitgenommen?
Sehr viel Zuspruch und positives Feedback. Gerade nach der Verleihung der Auszeichnung für den 1. Platz sind viele Teilnehmer auf mich zugekommen, haben mich beglückwünscht und zum Ausdruck gebracht, wie toll sie die Idee finden. Dies hat für viel Motivation gesorgt.
Ich bedanke mich noch einmal bei allen, die mir diese schönen drei Tage beschert haben.

ZR: Was würdest du anderen Projekten/Startups mit auf den Weg geben?
Wie ich auch bei meiner Dankesrede gesagt habe: „Dranbleiben! Wenn ich es schaffe, schafft ihr es auch!“ Es kommt vor, dass andere einem so ein Projekt nicht zutrauen, Türen verschlossen werden und die Motivation am Tiefpunkt ist. Ich bin der Meinung, dass letztendlich diejenigen erfolgreich werden, die den längeren Atem haben. Und das bedeutet vor allem immer weiter an dem Projekt zu arbeiten, selbst wenn es jeden Tag nur ein bisschen sein sollte. Und: Den Glauben nicht verlieren!

ZR: Was ist das Motto, das dich in deiner Arbeit (deinem Projekt) motiviert?
„Wenn es für mich zum Guten ist, dann möge ich es bekommen“. Das beinhaltet, dass mich Rückschläge nicht zurückwerfen. Sonst würde ich als fast komplett Blinder nicht ein Startup gründen.
Wenn ich etwas nicht erreiche, dann war es auch nicht gut für mich. Also halte ich mich nicht länger daran auf und arbeite einfach wie gewohnt weiter.

By |Montag, 17 August, 2015|News|0 Comments

Mensch Westend! – redaktionelles Großecho in Multitönen

Direkt in Hessen und mitten in Wiesbaden liegt die multikulturelle Bezirksperle Deutschlands. Wiesbaden-Westend wird als eines der kleinsten Bezirke der hessischen Landeshauptstadt und gleichzeitig bevölkerungsdichtesten Stadtteile in Gesamtdeutschland verzeichnet. Über dem Bezirk scheint ein buntscheckiger Hauch zu liegen. Zwischen den international geprägten Ladenzeilen bewegen sich Menschen multinationalen Flairs. Die Fassaden Westends bergen verschiedenste Nationalitäten in sich, der Ausländeranteil des Bezirks beträgt um die 31%. Entgegen der etablierten Assoziation von Begriffen wie ausländerbesiedelt und kriminell-unruhig glänzt die multikulturelle Nische Wiesbadens mit einem idyllischen Gesellschaftsleben, wie sie für viele andere Ortsteile des Landes erstrebenswert ist. Der Flickenteppich Westends ist vielschichtig und mannigfaltig – auf ihr ruht etwas vom Balkan, ein wenig Osteuropa, ein großes Stück Deutschland. Und türkische und arabische Elemente verpassen dem Ganzen den passenden Orientstich. Der größte Anteil an Wiesbadens Studenten und Ausländern wohnt in Westend – dort leben sie ein friedliches und gleichermaßen farbenprächtiges Miteinander vor; ein schillerndes und doch in sich ruhendes Stück an hessischer Gemeinschaft.

Dass solch ein öffentliches Leben, geprägt und getönt durch gemischte kulturelle Strömungen viel zu spannend ist, als dass man es an sich vorbeiziehen lassen kann, ist wohl auch einer der Grundantriebe von Erdal Aslan gewesen, dem Redaktionsleiter der Stadtteilzeitung „Mensch!Westend“. Mit journalistischem Handwerk, seriöser Redaktionsführung auf der einen und frischem und modernem Anflug an leuchtender Vielfalt auf der anderen Seite schafft die Redaktion von Mensch!Westend einen plakativen Gegensatz zu der klassischen Lokalzeitung. Die Themenschwerpunkte schwimmen im selben lebhaften Spektrum, wie die Mentalität der Bewohnerschaft des gleichnamigen Ortes auch. Mal geht es um lokale Neuigkeiten rund um den Ort, mal um überregionale und internationale Geschehnisse, die vor allem aus politischem und soziokulturellem Aspekt sehr tiefgreifend sind. So berichtet beispielsweise eine Wiesbadener Bosniakin von ihren leibhaftigen Fluchterlebnissen, wie sie als 12-jähriges Mädchen auf Grund des Bosnienkrieges ihre Heimat verlassen musste. Auch der redaktionelle Leiter von Mensch!Westend Aslan greift selbst zum Stift und berichtet mit geballter Authentizität und Offenheit von den verschiedenen Zügen des muslimischen Fastenmonats Ramadan. In der Kolumnenecke meldet sich auch der Integrationsbeauftragte von Westend, Mustafa Akbulut zu Wort und gewährt Lesern einen kleinen und doch äußerst anregenden Einblick in die Wellritzstraße, die sich wohl durch die in den Gewürz-und Schmucksortiments auf den Straßen festgesetzte Atmosphäre der Türkei als das „kleine Istanbul“ Wiesbadens etabliert habe. Ein Klick entfernt lädt die Stadtteilmanagerin Ute Ledwoyt vom Kubis e.V. die Wiesbaden-Westendler zu einer langjährigen und traditionellen Verastaltungsreihe des Ortes ein.

Mensch!Westend schreibt viel und Mensch!Westend schreibt bunt. Es lässt zur Abwechslung mal die Reihe der Bürger sprechen, in verschiedenen Akzenten bildet sich ein klares Echo. Und es ruft, dass es gut ist, wie das Multikulti diesen Ort prägt und zu etwas ganz Eigenem formt. Eine im Takt der bunten Vielfalt aus der konventionellen Reihe tanzende Welt, so packend, dass sie Spuren hinterlässt und doch so friedlich, dass sie dabei nichts und niemanden anrempelt. Eine Stadtteilzeitung lässt all die Schönheiten von Diversität in Worte prasseln und leistet so eine unglaublich große Arbeit in einem doch so unglaublich kleinen Bezirk.

 

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Wir gratulieren M!W herzlichst zum 3.Platz in der Kategorie Veterans!

 

Text: Büşra Delikaya                                                                                                        Bild: © Mâşite Atik

 

By |Sonntag, 9 August, 2015|News|0 Comments

Die grüne Banane mit den Sternpantoffeln – Kinder im Umgang mit Medien

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Zappelige Hände, die eine womöglich unbeholfen einen angekauten Lolli oder eine klebrige Waffeltüte mit geschmolzenem Schokoeis haltend, die andere hingegen völlig griffig das für sie viel zu groß scheinende Smartphone umklammernd und mit den bekleckerten, aber zielsicheren Fingern gekonnt über den Touchscreen streichend.

Ein Schauspiel, das uns in den letzten Jahren im Alltag immer häufiger geboten wird; ob nun auf der Straße, in der Bahn oder auf Empirie basierende Beobachtungen im eigenen Heim. Ja, die Kleinsten unter uns sind nunmehr die Größten in puncto virtueller Kompetenz. Unbeirrt stolzieren Kinder der neuen Generation mit entschlossenen, kleinen Schritten in der digitalen Welt umher, leben ihren Entdeckergeist fleißig vor den leuchtenden Monitoren und transportablen Screens aus. Entgegen aller verschworenen Internetfeindseligkeit einer Vielzahl von Eltern, die von der Angst über den zunehmenden Kontrollverlust ihrer Kinder im Umgang mit der Cyberwelt geleitet, oftmals einen endgültigen Schlussstrich ziehen und Einschränkungen bis hin zu Verboten auftischen, sollte man doch bedenken: Das Internet hält viel Nützliches, ja sogar Bereicherndes für den Nachwuchs bereit. Neben interaktiven Spielen, die den Wissenserwerb der Kinder auf eine lockere Weise fördern, verweilen auch pädagogisch äußerst wertvolle Foren und Bildungsseiten im World Wide Web. Diese, am besten mit den Kleinen zusammen, ausfindig zu machen und sie ihnen als alternative Freizeitbeschäftigung vorzulegen, obliegt vor allem den Eltern und Lehrern selbst.

Doch die Kehrseite des Internets ist tatsächlich zu groß, als dass sie ignoriert oder in ihrer Gefahr kollektiv gemildert werden darf. Sie sind in jedem Fall da; schlechte Intentionen, die zwischen den Spieleseiten und Bildungsforen dämmern, ganz leicht von der kindlichen Naivität Gebrauch machen und sie auf eine negative Weise beeinflussen können. Die Palette ist leider breitgefächert: Versteckte Pädophilie, beängstigende Gewaltverherrlichung, fälschlicherweise religiös motivierte Radikalisierungsversuche, anstößige Werbeanzeigen.  Manchmal sogar gezieltes, leibhaftiges Cybermobbing. Alles Bedrohungen, über die Eltern ungern nachdenken, wo doch ihre realen Züge nur einige Klicks von ihren Kindern entfernt sind. Solche Gefahren bedarf es aufzugreifen statt auszublenden, es gilt sie in den Bereich der Aufklärung zu ziehen statt in Ignoranz einzubetten.
Wer sich im Internet auf die Suche nach solchen präventiv gerichteten Arbeiten macht, wird nach einer Weile sehr wahrscheinlich auf eine lustige, grüne Banane – oder einen Halbmond, alles eine Sache der Interpretation – mit kleinen Sternchen an den Füßen stoßen, die einem fröhlich vom Monitor entgegenlacht. Die Plattform „grünebanane“ bietet Familien unzählige Materialien für das effektive Spielen, Lernen und Basteln des Nachwuchses an. So wird den Kleinen zum Beispiel der heilige Fastenmonat Ramadan, in dem wir uns nun befinden, auf spielerische Weise durch bunte Kalender oder originelle Geschenkideen näher gebracht. Ein überaus wichtiges Projekt des grünebanane-Teams heißt „Kinder und Medien – Das sollten Eltern wissen“ und wurde in unserer diesjährigen Bundeskonferenz vorgestellt.

Das Projekt dient zum Aufbau eines Medienmentorennetzwerkes. Dieses soll vor allem muslimische Eltern in ihrem Wissen über einen sicheren Umgang ihrer Kinder mit dem Internet, aber auch mit Spielekonsolen und Computern im Allgemeinen festigen und mit geballter Kompetenz bei den Schritten auf diesem relativ schwierigen Bereich unterstützen. Die Umsetzung dieser Hilfeleistung erfolgt dann durch professionelle Tipps wie zB Hinweise auf Geräte, die für die Kinder wirklich altersgerecht sind oder jegliche Form von nicht erwünschten Inhalten blockierende Softwares.

In vertraulicher Runde sollen all die Fragen und Antworten der Eltern bezüglich der schon lange präsenten Kinderseite des vielschichtigen Medienkomplexes Platz finden. Denn nur zu oft werden Kinder unbeobachtet zwischen die schwammigen Cybergrenzen gesetzt, und das ohne ein wirkliches Absichern dieser. Das Internet ist de facto Segen und Fluch zugleich. Dass Erwachsene beides zu spüren bekommen, sollte sie nicht davon abhalten letzteres den kleinen Surfern zu ersparen und sie ausschließlich mit den guten Seiten des Webs vertraut zu machen. Die grüne Banane ist für uns fast schon ein Emblem für die Verbindung von Spaß und Sicherheit im Netz der Kinder, dafür und für das außerordentlich bedeutsame Projekt danken wir grünebanane und beglückwünschen sie herzlich zum 2.Platz in der Kategorie Rookie.

Text: Büşra Delikaya                                                                                                                     Bild: © Tasnim Baghdadi

 

By |Montag, 29 Juni, 2015|News|0 Comments

Kick-off ZahnräderX Niedersachsen: Der #zahnräderflash geht weiter!

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Langsam füllten sich die Reihen des lichtdurchfluteten Raumes. Gespanntes Geschnatter mischte sich mit der Kapelle des Zirkus, der vor der Tür campiert. Knapp 30 Aktive und Interessierte hatten sich am 13. Juni 2015 zusammen gefunden und warteten gespannt auf den Start des Kick-offs.

Die offizielle Begrüßung und Vorstellung von ZahnräderX durch die ZRX Niedersachsen Leiterin Arzu Çetin wurde dicht gefolgt von einer allgemeinen Vorstellung des Zahnräder Netzwerkes durch Said Haider, dem  stellvertretenden Vorsitzenden von Zahnräder e.V. Den gewonnenen Input konnten alle Teilnehmer dann im anschließenden Kennenlernspiel verarbeiten. Um 12.15 Uhr kannte man meist lediglich den Namen seines Sitznachbars – um 12.35 Uhr wusste man wer im Saal mehr als drei Geschwister hat, wer den Winter mehr als den Sommer mag oder wer eine Vorliebe für Poesie hat! Das altbewährte Kennenlernspiel schweißte die Gruppe zusammen und schaffte eine sehr familiäre Atmosphäre.

Eine tolle Grundlage für den nachfolgenden Input und Vortrag von Esra Polat von NourEnergy e.V. Selbst Zweitplatzierte der Zahnräder Konferenz 2013 konnte Esra von Höhen und Tiefen ihrer Arbeit erzählen. Ihr Beitrag machte anderen Projekten und Ideen Mut und motivierte alle im Saal auch die eigene Idee in die Tat umzusetzen. Die positive Stimmung nutzen die ersten drei Projekte und Ideen um sich zu präsentieren: Charity Week, Asya und Zumba-Fitness für Schwestern. Auf jede Vorstellung folgte eine konstruktive Diskussion aus der die Projekte viele Ideen ziehen konnten, aber auch unter den Teilnehmern den einen oder anderen Mitstreiter/in für die eigene Idee gewinnen konnten.

Nach dem stärkenden Mittagessen, das auch zum Netzwerken und besseren Kennenlernen der Teilnehmer genutzt wurde ging es weiter mit dem zweiten Teil der Veranstaltung. Hamza Dehne stellte die Dr. Buhmann Stiftung für interreligiöse Verständigung vor und ging insbesondere auf die Fördervoraussetzungen und –möglichkeiten für Projekte ein. Der Schwerpunkt der Stiftung liegt auf der christlich-islamischen Verständigung und Anträge werden mit bis zu 5.000 Euro gefördert. Weiter ging es mit den beiden ausstehenden Projekten: I am Muslim und Ich bin Muslim – Was wollen Sie wissen? Auch diese Projekte stießen auf großes Interesse und erfuhren viel Unterstützung durch Tipps und Tricks der Teilnehmer. Einen gelungenen Abschluss bot Ziynet Karaca vom Interkulturellen Institut für Inklusion e.V. Nach ein paar Auflockerungsübungen gab es spannende Einblicke in die eingeschränkte Welt von Muslimen mit Behinderungen und wie jeder von uns helfen kann diese zu beseitigen. Der empowernde Abschluss krönte die Veranstaltung nochmal.

Zuletzt wurde gemeinsam gebrainstormt welche Formate für die nächste ZRX Veranstaltung am meisten gefragt sind. Heraus kamen eine Vielzahl von Formaten und Ideen und nach dieser gelungenen Auftaktveranstaltung sind wir uns sicher, dass wir bald wieder vom ZRX Niedersachenteam hören – wir freuen uns drauf und können es kaum erwarten!

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Meet & Connect mit Engagierten in NRW

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Eine kleine Gruppe engagierter NRW’ler Muslime hat sich zusammengetan, um ein weiteres ZahnräderX Event auf die Beine zu stellen.

Nach intensiver Planung und Organisation fand am 21. März 2015 das ZahnräderX NRW Meet & Connect in Bochum statt. Ganz nach dem Zahnräder-Motto:

Kennenlernen. Austauschen. Netzwerken.

Im Anschluss an die Begrüßung und Vorstellung von ZahnräderX NRW durch die Leiterinnen Melek Alarslan und Dilan Yasin und einem Impuls der stellvertretenden Vorsitzenden des Zahnräder Netzwerkes, Soufeina Hamed, zum Kernthema Social Entrepreneurship sowie zur anstehenden Bundeskonferenz 2015 in Köln, folgten die zahlreichen und vielfältigen Projektvorstellungen muslimischer Engagierter in NRW.

Die Teilnehmenden erwartete ein Impulsvortrag des Interkulturellen Instituts für Inklusion e.V. von Funda Fidan, Schatzmeisterin des Vereins in NRW. Das I.I.I. setzt sich für ein barrierefreies, soziales und kulturelles Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung ein, um die Inklusion sozial benachteiligter Menschen und ein gerechtes Miteinander in der Gesellschaft zu ermöglichen. Das Interkulturelle Institut für Inklusion e.V. wurde auf der Zahnräder Konferenz 2013 ausgezeichnet und wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

Das Projekt Streben nach Wissen e.V. Das islamische Forum, bestehend aus Absolventen des Islamologiestudiums beim Islamologischen Institut, hat sich das Ziel gesetzt allen interessierten Muslimen als auch Nicht-Muslimen den Zugang zu mehr Wissen über den Islam, basierend auf authentischen Quellen, zu ermöglichen. Das Team befindet sich noch in der Aufbauphase und organisiert zurzeit Wochenendseminare zu islamischen Themen sowie zum Erlernen der arabischen Sprache mit ausgesuchten Dozenten.

Begleithilfe.de – Die Vermittlungsplattform wurde von Diplom-Kaufmann Ali Yildirim und Diplom-Kaufmann Sertel Ascioglu ins Leben gerufen. Senioren und Menschen mit Behinderung werden in ihrem Alltag nicht selten mit Schwierigkeiten konfrontiert. Für weniger Angst und Verletzungen sowie mehr Lebensfreude vermittelt Begleithilfe.de vertrauenswürdige Begleitpersonen an Senioren und Menschen mit Behinderung.

Ebenfalls stellte sich der Gewinner der Zahnräder Konferenz 2013, Nour Energy e.V. vor. Ziel des Vereins ist es, gemeinnützige Einrichtungen, wie Moscheen zum Thema Solartechnik zu beraten und in der Durchführung von umweltschonenden grünen Projekten zu unterstützen.

Abschließend stellte Redouan Nauoder das Projekt HIMA- Umwelt- und Naturschutz aus islamischer Perspektive vor, welches 2010 von engagierten Muslimen gegründet wurde, ebenfalls Gewinner der Zahnräder Konferenz 2011 war und sich für den Umwelt- und Naturschutz einsetzt.

An die interessanten und vielseitigen Projektvorstellungen anschließend, vermittelte Redouan Nauoder in einem Kurz-Workshop zum erfolgreichen Projekt-Pitchen, wie man ein Projekt prägnant und dennoch kurz vorstellen kann, um potentielle Unterstützer und Mitstreiter von der eigenen Idee zu überzeugen.

Nach einer geselligen Pause und einem leckerem Buffet tauschten sich die Teilnehmenden im Rahmen eines World Cafés zu den Themen soziales Engagement und fehlende Fachkompetenzen in NRW aus und arbeiteten heraus, weshalb es an einer Repräsentation engagierter Muslime fehle und wie man hier einen positiven Beitrag leisten könne. Was allen erneut klar wurde, war, dass es viele junge engagierte deutsche Muslime mit vielfältigen Potentialen gibt.

ZahnräderX NRW erhofft sich hier, diese vielfältigen Potentiale zu fördern und ihnen eine Plattform zu bieten, um dieses positive Engagement in der Öffentlichkeit sichtbarer zu machen. Ein Feedback einer Teilnehmerin: „Ich fand den gestrigen Tag sehr schön und sehr bereichernd. Mit Worten lässt es sich kaum beschreiben“.

By |Montag, 22 Juni, 2015|News, ZahnräderX NRW|0 Comments

„dialogRaum“ – Münchner Moscheen unter engagierter Lupe

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Der Tag eilt betriebsam an einem vorbei, die fliegende Zeit auf dem Nacken spürend, versucht man völlig gehetzt dem Alltagstrott hinterherzukommen.

Der Arbeitsplatz, die Vorlesung, der nächste Termin – sie geben den Takt an und wir schwimmen gehorsam mit dem leitenden Strom der Monotonie gen Verpflichtungen. Ein Blick auf die Uhr, oder in postmodernem Muslimsein auf die entsprechende App, erinnert an die letzten 55 Minuten des Mittagsgebetes und die regen Überlegungen nach der nächsten Moschee setzen sofort an. Die Hektik des Tages soll nun für einen kurzen Augenblick in tiefen Rukus und langen Sujoods ausharren, das schnelle Leben in einem langsam verstreichenden Moment zwischen Seele und Schöpfer für einige Minuten getilgt werden. Mit hastigen Bewegungen tippen die auf Google irrenden Finger und die Augen scannen beim Laufen diverse Hinweise auf eine Moschee zwischen all den Einfahrten und den beengten Gassen ab. Der Blick bleibt ohne Ergebnis erneut auf der Uhr haften. Minarette? Sicher nicht. Kuppel? Vergebens.

Diese Situation legt erneut dar: Der klassische Typus einer Moschee schwenkt immer in lokaler Abhängigkeit. Denn nicht alle Moscheen gleichen einem Kul-Scharif oder einer Sultan-Ahmet, entsprechen eben nicht immer dem Bild eines riesigen Konstruktes, beschmückt mit zwei emporragenden Minaretten und versehen mit einer gewölbten Kuppel. Es ist nicht allerorts als Gebäude präsent, dessen abweichender Flair in der Luft seiner weiten Umgebung hängt und der zwischen all den anderen graulastigen Häusern jedem Passanten unmittelbar ins Auge sticht. Viele Gebetshäuser der Muslime sind in Deutschland nicht sofort als solche erkennbar. Oder eben benennbar. Ersteres liegt häufig an mangelndem Platz oder finanziellen Mittel, aber auch an nicht erlangbaren staatlichen Baugenehmigungen. Letzteres oft an uns Muslimen. Ein festgefahrenes Gemeindeschema in Moscheen ist ein langwieriges und leider auch beständiges Phänomen in Deutschland. Sich an eine bestimmte Moschee stärker zu integrieren, in die jeweilige Arbeit öfter zu involvieren ist keineswegs zu verurteilen, nein, viel eher lobenswert. Doch oft läuft man nach einiger Zeit Gefahr, das eigene Moscheespektrum verkümmern zu lassen und vergisst, an andere Masjidtüren zu klopfen. Viele ohnehin unscheinbare Gebetsorte werden vergessen, nicht mehr allzu häufig besucht. Die Muslime selbst teilen sich in kompakte Gemeinden auf, doch vermischen sich zu selten. Wir vergessen unsere eigenen Moscheen, beanspruchen sie nicht, lassen sie neben den Augen nun auch aus dem Gedächtnis verstreichen.

Diesem Problem nahmen sich eine Gruppe von jungen Engagierten in München an, gingen wortwörtlich auf aktive Spurensuche. Die Ziele waren unter anderem all jene Hinterhofmoscheen, deren meist wunderschön verzierte Teppichflächen und ansehnlichen Mihrabs (Gebetsnischen) hinter gleichförmigen Eingangstoren und kahlen Bebauungen zu schwinden schienen. Der Name ist bei der Gruppe, bestehend aus 14 Jungen und Mädchen, die unter der Leitung zweier engagierter Erzieherinnen und Studentinnen stehen, Programm.

Denn ihr Projekt „dialogRAUM“ entstaubt unentdeckte Moscheeräume mit belebter Präsenz und schafft in diesen einen laufenden Dialog, auch ohne Worte. Die Unterschiede, die sie während den dutzenden Moscheegängen wahrnahmen, sprachen in allen Tönen für Vielfalt in friedlicher Einheit. Als Muslim bemerkt man durch den permanent angesetzten Fokus auf das „Multikulti“ zwischen einem selbst und den nicht-muslimischen Mitbürgern oft nicht die ungemein große Diversität in den eigenen Reihen, lässt sie unberührt stehen  und versucht leider zu selten eine einzigartige Zusammengehörigkeit daraus zu formen. Das Projekt dialogRaum ging Schritte für genau diese Ziele in gekonnter und mit durchdachter Professionalität. Durch aufwändige Recherchen und zahllosen Telefonaten stellten die jungen Muslime im Alter von 13 bis 16 fest, dass viele Münchner Moscheen nicht ausreichend verzeichnet waren. So suchten und fanden sie mit Hilfe von Bekannten all die großen und kleinen Moscheen, bekannten und inkognito Gebetsräume, türkischen oder tunesischen Gemeinden.

Von dem namhaften Masjid in aller Munde bis hin zum kleinen Gebetsraum im Hinterbereich eines Restaurants – alle nur erdenklichen Plätze für ruhige Minuten der Gebetsverrichtung wurden gesammelt und festgehalten. In einem übersichtlich gestalteten Heftchen veranschaulichen sie alle Gebetsräume in jeglichen Formen mit Namen und Adresse. Quasi ein Moscheeführer to go. Auf der gleichnamigen Internetseite kreierten die Jugendlichen mit ihren Leitern Zeinab und Claire zusätzlich eine virtuelle Moschee-Map. Der visuell ausgeschmückte Umriss Münchens ist mit verschiedenen Farben in die fünf Stadtbereiche gegliedert. Mit einem Klick öffnet sich das jeweilige Stadtnetz und Standortmarkierer blinken einem punktuell getreu entgegen. Nun sind all die Gebetsmöglichkeiten mit detaillierter Adresse in portabler Weise aufgelistet. So viel ist sicher: Die zu Beginn beschriebene Situation würde sich mit Hilfe dieses praktischen Gadgets zu einem guten Ende wenden, das Mittagsgebet durch das Heftchen im Rucksack oder der im digitalen Lesezeichen gespeicherten dialogRaum Website auf dem Smartphone, in der nächstliegenden Moschee in Ruhe verrichtet werden. Eine praktische Problemlösung für plötzliche Orientierungslosigkeit.

Die dialogRaum Gruppe nahm Unmengen an jahrelanger Arbeit und großer Mühe auf sich, um eine immense Erleichterung für ihre muslimischen Geschwister zu ermöglichen. Dafür haben sie mindestens einen noch aufgeschlosserenen, noch verschmolzeneren Geist der islamischen Community in München und ganz Deutschland verdient, um so die Aufgeschlossenheit und Friedfertigkeit des Islam gebührend repräsentieren zu können – fernab von enggestrickten Gemeindeverhältnissen nach nationalen Separationen. Und ebenso unseren 2. Platz in der Kategorie Veterans für ihr unsägliches Engagement und diese kreative Projektidee mit ausgezeichneter Umsetzung.

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Text: Büşra Delikaya                                                                                                                                                                               Bilder: © Tasnim Baghdadi, Mâşite Atik

By |Sonntag, 21 Juni, 2015|News|0 Comments

Glänzende Lichtpaten inmitten von Dunkelheit – wie ein Projekt Flüchtlingskindern wieder das Strahlen beibringt

Stell dir vor, halte kurz inne und stell dir für einen kurzen Augenblick vor du stündest vor der wohl grausamsten Entscheidung, die ein Leben umspannen kann. Entweder du verlässt deine Heimat und trittst auf eine brüchige Schwelle von restloser Fremde, gehst Schritte hinein in komplette Unwissenheit – oder du bangst zwischen jedem Sonnenauf-und untergang um deine bloße Existenz. „Ich fliehe natürlich!“, würden vermutlich die allermeisten von uns gedanklich aufschreien. Denn der Instinkt des Überlebens ist der wohl menschlichste, das Recht auf Atmen wohl das natürlichste von allen. Deine Heimat, die dir nun nichts weiter als Leid bieten kann, wo sie dir doch einst alle Fragmente deines Erlebten, deines Gelebten und Gefühlten schenkte. Jene Heimat, deren Himmel deine waren, unter der du Tänze deiner Kindheit und Euphorien deiner Jugend platziertest. Obgleich dieser nun mit blutigen Asphalten gepflastert ist, obgleich du ihre einst verkannte Schönheit nun durch tägliche Auseinandersetzungen gänzlich aus den Augen verloren hast, hörst du nie auf sie als einzigen Ort der wahrhaftigen Geborgenheit in dein Bewusstsein zu schreiben. Denn egal wieviel Tod und Schmerz dir dein Geburtsort auch zeigen mag, wieviele Schreie und Raketenbeschüsse Teil der täglichen Geräuschkulisse dort zu sein scheinen, wenn du einem Stück Land deinen Begriff von Heimat gibst, wie sollst du dies nach Jahren revidieren? Parallel zu dem Trennungsschmerz und dem Trauma, aus deiner langjährig gewohnten Umgebung herausgerissen zu werden, kämpfst du in deinem neuen Wohnort mit Argwohn, mit beißendem Misstrauen. Jeder Versuch dem Hagel an Stigmata von Vokabeln wie „der Flüchtling“ oder „diese Sozialschmarotzer“ auszuweichen bleibt vergeblich, denn jedem Ducken folgt ein weiterer skeptischer Blick oder ein vorwurfsvoll zeigender Finger. Manchmal sogar erbarmungslos fuchtelnde Fäuste, die versuchen dir wehzutun. Heime, ähnlich der deinen, gehen in Flammen auf und Menschen, ähnlich wie du, werden getötet. Manchmal jedoch ist das reine Nichtbeachten sogar noch viel qualvoller, als die aktiven Schmähungen in jeglichen Formen. Denn nur zu oft wirst du nicht einmal für so voll genommen, dass man meinen könnte dich zu beachten, geschweige denn zu umsorgen. Niemand fragt nach dir, deinem Wohlergehen oder bietet dir rückhaltlose Hilfe an. Du bist nur ein Flüchtling in diesem neuen, fremden Land und es scheint nur zu oft, als wäre dieses soziale Brandmarken eine ungefragt aufgebürdete Last, die du hier für immer zu Tragen hast. Stell dir also diese Lebenslage vor: Hinter dir dein aufgelöstes Land, vor dir ein losgelöstes Land. Und in keinem von beiden scheint Platz für dich zu sein, wo doch alles was du ersehnst Leben ist.

Ich denke unsere Vorstellungskraft ist weder stark, noch ausgeprägt genug, als dass es den Schmerz all der Flüchtlinge in unseren Köpfen nachzeichnen könnte. Doch allein der ernste Versuch des Auflebens eines intensiven Empathiemomentes lässt uns in andauernder Gänsehaut und unablässigen Gewissensbissen zurückschrecken. Dieses unvorstellbar große Ausmaß an Erschwernis scheint schon Erwachsenen nicht ernsthaft zumutbar zu sein – was aber ist dann mit den Kindern? Den kleinen Wesen, die ihre winzige Fantasiewelt mit härtester Realität tauschen und inmitten von Krieg aufwachsen mussten. Zwischen Militär und Hunger mussten sie all ihre kindlichen Spielerein untergraben und dem brutalen Alltag jeden Morgen ins Auge blicken. Wie schwer ertragbar muss es für ein Kind sein, im Alter von Entwicklung und Neuerkundung allem was ihm je vertraut war, den Rücken zu kehren. Und wie bloß kann man dieser gebrochenen Kriegsgeneration helfen?

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Eine Antwort wäre in jedem Fall  das ambitionierte Projekt „Lichtpaten“, ins Leben gerufen von der MUJOS – der Muslimischen Jugendcommunity Osnabrück. Genau 33 Ehrenamtliche werden nun ein Jahr lang als Lichtpaten agieren, das heißt wöchentlich Zeit mit jeweils einem Kindern aus Flüchtlingsfamilien verbringen, sie vor allem auf emotionaler Ebene stärken und als ihre Schützlinge annehmen. Dabei wird jedem Lichtpaten jeweils ein Flüchtlingskind zugeteilt. Dieses Projekt widmet sich in seinem grenzenlosen Ehrgeiz und seiner Passion all jenen Kindern, die in einem ihnen vollkommen fremden Land, nach der einst gewohnten Sicherheit und Fürsorge auch außerhalb ihrer Familien suchen. Die Kinder, die meist nur wenige Worte der hiesigen Sprache sprechen, mental und emotional noch nicht ganz auf deutschem Boden gelandet sind, aber zweifelsohne den nötigen Eifer und die kindliche Dynamik für das Sichern ihres eigenen, ganz persönlichen festen Platzes innerhalb dieser Gesellschaft in sich tragen. Die Lichtpaten berufen sich auf genau diese Kinder. Die, die meist zwischen gutgemeinten Demonstrationen und teilnahmsvollen „refugees welcome!“ Stickern, die nun schon viele Ecken deutscher Städte zieren, ganz leicht und viel zu schnell vergessen werden. Denn mit dem Erhalt von Asyl ist noch lange nicht alles geschafft und mit einigen kleinen Protesten nicht viel getan. Projekte wie die der „Lichtpaten“ bringen nahezu wortwörtlich helles Licht in all die Dunkelheit, die das Leben dieser Kinder zu umhüllen droht.

Die Lichtpaten sind reale Vorbilder. Helden mitten aus der Riege gewöhnlicher Bürger, die sich in ihrer Freizeit die lückenlose Hilfe von ihnen komplett fremden Menschen zur Herzensaufgabe gemacht haben. Doch dass sie sich vorher nie gekannt haben ist in diesem Fall nicht von Belang, denn das einzige was zählt ist die Humanität, die als Grundintention der Lichtpaten verstanden werden muss. Tatsache ist, dass diese Kinder ihre Arme ausstrecken, hoffend am anderen Ende offene Hände zu berühren, und diese nach Beistand greifenden Finger dank der Lichtpaten nicht ins Leere fassen werden. Die MUJOS vollführen mit diesem gemeinnützigen Projekt einen regelrechten Edelakt an sozialem Engagement. Ein figurativ geballter Schimmer direkt in die Ignoranz unserer Reihen; eine Handvoll zukünftiger Aktivität, die einen großen Teil der vergangenen Passivität geraderückt. Ein Projekt, das unseren Publikumspreis sowie den zweiten Platz in der Kategorie Rookies mehr als verdient hat.

 

Text: Büsra Delikaya
Bilder: © Tasnim Baghdadi

By |Sonntag, 7 Juni, 2015|News|0 Comments

beigleithilfe.de – Ein Projekt zwischen Geben und Nehmen

 

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Unsere Zeit hat sich zwischen permanentem Tastaturgetippe und routiniertem Touchscreengestreiche schon längst in digitale Raster gesetzt. Jeden Tag erleben wir zig Momente, die uns die Smartphones zücken und das World Wide Web als unseren ersten Hilfsanker küren lassen. Wir haben Fragen und die weiße Leiste der berüchtigten Suchmaschine fängt sie alle auf, spuckt jede noch so schwierige Antwort heraus. Wir sind auf der Suche und die Fundgrube liegt nur einige Internetseiten von uns entfernt. Was auch immer benötigt wird, nichts bleibt unauffindbar.  Von einer neuen Couch zu einem kompetenten Nachhilfelehrer bishin zu einem Partner, Menschen ersuchen und finden alles via Mausklick.  Alles scheint so viel einfacher und vieles weniger problematisch.

Doch in der Realität, dem fassbaren Alltag fernab von selbstkreierter Orientierung und zahllosen Angeboten sieht alles ganz anders aus. Das Netz malt auf den strahlenden Monitoren einen Ort der unbegrenzten Möglichkeiten, mit einem breitgefächerten Sortiment für jede mögliche Problematik und alle Lebenslagen. Denn ein Großteil des Offerierten wendet sich vor allem an den Durchschnittsmenschen, den zu erwartenden gesunden und eigenständigen Typus. Doch was machen Menschen, die nicht bloß ein neues Möbelstück suchen, die auf so viel mehr als auf diverse Banalitäten angewiesen sind. Jene Personen, die oftmals im Innern einen unsagbar starken und aufgeschlossenen Geist hegen, deren Körper sich aber diesen nicht (mehr) anpassen können. Senioren, Menschen mit Behinderungen – die Vergessenen unserer Gesellschaft, die Opfer des sozialen Versäumnises unsere Moderne. Oft wird die Bedeutung von Zivilcourage hochgepriesen, die Hilfsbereitschaft gegenüber den Mitmenschen, die sie benötigen. Doch einer alten Dame über die Straße zu helfen, einem zittrigen Opa einen Platz im Bus anzubieten oder Kindern mit einer Behinderung auf Rollstühlen aufmunternd zuzulächeln reicht eben nicht aus, es ist einfach nicht genug. Umso schöner ist es Projekte urplötzlich initiieren, schnell wachsen und eifrig verändern zu sehen, die an den Urpunkten der Probleme andocken und unsagbar vieles bewegen, so vieles reißen. Denn als Ali Yildirim, Initator des Projekts begleithilfe.de und selbst blind, eine Messe außerhalb seines Wohnortes besuchen wollte, keiner in  seinem  Kreis als Begleitung zur Verfügung stand und er sich dann den  digitalen Angeboten zuwandt und nicht fündig wurde, rief er etwas ins  Leben, das so nötig wie nie schien.

Das Projekt setzt genau da an, wo die  meisten wegschauen. Die immense Geltung dieser Hilfsplattform ist in  einer Öffentlichkeit, in der Menschen um Blinde vorsichtig einen großen  Bogen machen oder alte Menschen nur zu oft desinteressiert übersehen,  unentbehrlich. Die Idee, die dahinter steckt klingt so simpel wie genial. Egal ob zum Einkaufen, Spazierengehen oder für den gewöhnlichen Gang zum Hausarzt – die Seite bietet auf lockerste Art eine bedeutsame Leistung an. Menschen, die auf Hilfe anderer angewiesen sind, wird dies auf eine würdevolle und respektable Weise angeboten. Die professionelle Konzeption und der seriöse Rahmen lassen erst gar nicht zu, dass für die Zielgruppe ein Klima von hilflosem Bedürftigem und seinem gutmütigen Retter aufkommen könnte. Es ist eher eine Dienstleisung, die von begleithilfe.de völlig alltäglich gehandhabt wird, wodurch sich die Betroffenen als durchschnittliche Klienten fühlen können, die lediglich eine etwas andere Form von Service in Anspruch nehmen.  Die Hilfe basiert auf einer strukturierten und gut organisierten Vermittlung zwischen den Senioren oder den Personen mit Behinderung und den entsprechenden Begleitpersonen. Diese werden bedacht gewählt, sodass man sich als Interessent unbesorgt auf die gegebene Stütze verlassen kann. Zudem kann sich jeder für einen Posten als Begleitperson bewerben. So bekommt man neben dem verdienten Geld zusätzlich weitaus mehr, als man zu geben vermag. Die Gewissheit  für einen Menschen durch einfaches Gesellen im Supermarkt oder – wie soll es im Land der Bürokratie anders sein – in verschiedenen Behörden so viel zu bewirken, ist ein Gefühl, das die eigene Person extrem stärken und bereichern kann.

Begleithilfe ist ein Geben und Nehmen, bauend auf ehrlichstem Fundament. Es ist vielmehr ein bestimmtes und selbstverständliches an der Hand packen, als ein gütiges unter die Arme greifen. Beide Seiten stehen auf gleicher Stufe, denn der „Kunde“ bezahlt für die ausgeführte Hilfe. Die Hilfsbedürftigkeit wird durch das Projekt als Normalität und die Hilfsbereitschaft als eine Selbstverständlichkeit gesehen und bezeugt. Und genau das zeichnet die Besonderheit dieses außergewöhnlichen Projektes, dessen reine Intention eine Schaffung von gleichberechtiger sozialer Teilhabe aller Bürger ist, aus. Diese einstige Vision findet sich nun in einem standfesten und erfolgreichen Unternehmen wieder, überbrückt die Lücken unserer Gemeinschaft und lässt auf Hilfe angewiesene Menschen nicht im Leeren stehen. Ein Projekt, das mit all den einzelnen Bereitschaften eine einzige riesige Veränderung zeichnet und Hoffnung auf die ersehnte fraglose Einbettung von Hilfsbereitschaft in den Köpfen aller Individuen blühen lässt. Denn jeder, jeder einzelne besitzt das Recht auf ein angenehmes, gemeinschaftliches Leben.
Genau diese Kernphrase hat das Projekt begleithilfe.de verstanden, verinnerlicht, verwirklicht. Wir gratulieren dem Projekt noch einmal herzlich zum 1. Platz in der Kategorie Veteran!
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Bilder: ©Tasnim Baghdadi
Text: Büsra Delikaya

 

By |Samstag, 23 Mai, 2015|News|0 Comments

Was ist bloß dieser Zahnräderflash?

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Der Zahnräderflash ist ein langfristiger Zustand der Begeisterung, des Mutes, der Kreativität und Inspiration. Im Körper der Betroffenen werden solche Glückshormone ausgestoßen, die sie in diesen dauerhaften Zustand versetzen. Ursache des Zahnräderflashs ist die jährliche Bundeskonferenz des Zahnräder Netzwerkes, die den Infektionszeitraum vom 1. Mai – 3. Mai in Köln hatte. Frei nach dem Motto #unfoldyouridea trafen sich Menschen mit Visionen und Ideen, um sich auszutauschen und letztlich ihre Idee zu entfalten.
Durch kreative und unermüdliche Teilnehmer/innen, atemberaubende Referent/innen mit ihren Keynote Speeches und Workshops, die es den Teilnehmer/innen erlaubten in der Verwirklichung ihrer Träume ein Stück näher zu kommen, wurde letztlich der Flash ausgelöst. Nicht zuletzt hatte auch die tolle Art des Moderationsteams bestehend aus  Nadira Mekic und Nezar Mahmoud großen Einfluss auf die Aufnahmefähigkeit der vielen Inhalte und Informationen. Durch ihre einzigartige Art schafften sie es die Teilnehmer/innen drei Tage lang durch ein straffes Programm zu begleiten und sorgten dafür, dass die diese mit großer Bereitschaft selbst den letzten Tropfen an Konzentrationsfähigkeit dem Programm widmeten.

Der erste Keynote Speaker Van Bo Le – Mentzel, der vor allem bekannt für die Herstellung von Hartz IV Möbeln und den Quadratmeter Häusern ist, verdeutlichte uns allen wie erfolgreich eine simple Idee sein kann. „Wirtschaftlicher Erfolg, der nur durch Ausbeutung erreicht werden kann, und Fairness stehen im Spannungsverhältnis zueinander“ – so Le -Mentzel. Seine Motivation, weshalb er zum Social Enterpreneur wurde und der Gesellschaft einen höheren Wert beimaß als seinem Geldbeutel, war letztendlich sein Gerechtigkeitsgefühl und der Wille nach Fairness bei der Herstellung von Produkten und beim Endverbraucher. Schließlich spricht Le – Mentzel auch darüber, wie kritisch man sich selbst während der Gründungsphase reflektieren muss und so seine Blockaden überwindet. Krampfhaft an allem festhalten ist keine Lösung. Vielmehr muss alles im Fluss geschehen und das gelingt auch, wenn man das tut wofür man eine Leidenschaft hegt, aber dementsprechend auch die Stärke beweist für seine Fehler gerade zu stehen.

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Dass das schwarz-weiß Denken und der dauerhafte Zustand der Untätigkeit keine Probleme löst, erklärt auch der Gründer und CEO von Alchemiya, Navid Akhtar. Der ehemalige BBC Journalist entschied sich nach so viel negativer Berichterstattung über den Islam einerseits und dem Halal – Haram Islam anderseits, den Bedarf der“Global Urban Muslims“ zu decken. Wer sind aber dieser „Global Urban Muslims“? Während viele über Muslime des Westens reden, macht Navid Akhtar allen klar: wir sind Muslime IM Westen und müssen die Gesellschaft mitgestalten. Während Mainstream Medien eher ein negatives Bild des  Islams zeichnen, bringt Alchemiya mit all seinen Dokumentationen den Islam und die muslimische Welt zum glänzen. Berichte über muslimischen Mode, Kunst und Architektur bis hin zu den Erfolgsgeschichten von Muslimen im 21. Jahrhundert und die Entstehung des Korans, Alchemiya produziert und zerstört nicht.

Wie man mit seiner Idee richtig einen positiven Output für die Gesellschaft produziert, lernten die Teilnehmer/innen auch in einzelnen Workshops. Crowdfundig, WordPress, Social Media Stunden, der Begriff und die Gründung eines Sozialunternehmens und zu vielem mehr gab es die Möglichkeit Input aufzusaugen. Die Atmosphäre? Familiär und voller Tatendrang!

Nachdem auch vor der Jury unsere Rookie und Veteran Projekte gepitcht wurden, stehen nach drei Tagen Konferenz unsere Gewinnerprojekte 2015 fest, über die wir auch mehr auf unserer Facebook Page berichten werden.

Gewinnerprojekte in der Kategorie Rookies:

  1. FES – Wohnungsgenossenschaft
  2. Kinder und Medien – der Umgang von Medien in der Familie
  3. Licht – Paten

Gewinnerprojekte in der Kategorie Veterans:

  1. begleithilfe.de
  2. DialogRAUM
  3. Mensch!Westend – die multikulturelle Stadtteilzeitung

All diese Projekte haben eines gemeinsam: sie dienen nicht nur der muslimischen Community, sondern können von jedem in der Gesellschaft in Anspruch genommen und genutzt werden.

Doch nicht nur die Jury kürte Gewinnerprojekte. Auch das Publikum bekam die Chance ihren Favoriten zu nominieren. Mit einem zusätzlichen Publikumspreis wurde das Projekt Licht – Paten gekürt. So stieß die Idee ein Flüchtlingspate zu haben sowohl bei der Jury als auch beim Publikum auf großen Zuspruch. Die junge Studentin Melek Alarslan überzeugte alle Anwesenden in zwei Pitches mit ihrer Vision Flüchtlinge in ihrem Alltag zu begleiten und ihnen Schutz zu gewähren.  Die Jury verlieh ihr den 3. Platz und damit eine finanzielle Unterstützung von 500 € und einem umfangreichen Mentoring.

Als Veteranprojekt entpuppte sich Syrian Refugee Crisis als Publikumsliebling.
Die zwei Brüder Jasser und Omar Kassab konnten das Publikum für sich gewinnen und eroberten im Sturm die Herzen der Teilnehmer. Ihr eigengegründeter Verein setzt sich für syrische Kriegsflüchtlinge vor Ort (Jordanien) ein. Durch gesammelte Spenden von Freunden und Bekannten rufen sie Projekte in den Bereichen Bildung, Nothilfe und medizinische Versorgung ins Leben und unterstützen damit traumatisierte Flüchtlinge.
Zurückblickend befassten sich die Projekte der Zahnräder Bundeskonferenz 2015 überwiegend mit Hilfe und Unterstützung für Flüchtlinge in und außerhalb Deutschlands ein.
Ein Zeichen dafür, dass sich auch das Zahnräder Netzwerk mit hochaktuellen Themen beschäftigt und damit versucht wichtige gesellschaftliche Lücken mit tollen Projekten zu füllen!

Der Zahnräderflash? Das ist im Endeffekt das Produkt der vielen Kreativität und Inspiration, auf die man während der Konferenz stößt. Mut, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft und viel positive Energie ist das, was alle Teilnehmer und Referenten sich gegenseitig geben. Man hat das Gefühl, dass man von nun an ohne Ängste fallen darf, weil man wieder daran erinnert wird, dass der Mensch, der auf sein Ziel zuläuft fallen darf. Fallen, das ist normal und so hat man auch den Mut zu gehen. Denn an diesen Tagen gewinnt man viele neue Freundinnen und Freunde und wird Teil eines Netzwerks voller helfender Hände, die einem wieder hoch helfen, ihn aufrichten und ihm nach jedem Sturz den Staub abklopfen. Denn gehen und fallen ist besser als stehen. Und genau deshalb sind wir Zahnräder, weil Zahnräder sich selbst bewegen, andere dabei in Bewegung setzen, um dadurch die Gesellschaft zu  bewegen. Indem wir unsere Ideen entfalteten und sie vernetzt gestalteten, packte uns der Zahnräderflash: die Euphorie unsere Gesellschaft zu einer besseren zu machen.

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 Bilder: © Tasnim Baghdadi
Text: Merve Gül und Nahla El-Menshawy

By |Dienstag, 12 Mai, 2015|News|0 Comments