SAVE THE DATE – Zahnräder Summit 2018

Das Datum für unsere diesjährige Zahnräder Veranstaltung steht fest – vom 14.09. bis 16.09.2018 möchten wir mit euch in Bad Wildbad diskutieren, kreieren und bewegen.

Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner Engagement Global (mehr zu unserem Partner https://www.engagement-global.de/) haben wir uns Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. Unter diesem thematischen Schwerpunkt stellen wir für euch eine Reihe an Workshops, Beiträgen und andere Aktivitäten zusammen.

Alle weiteren Informationen zum Thema, zu den Referenten, Workshops und Veranstaltungsort werden rechtzeitig auf unserer Homepage (http://www.zahnraeder-netzwerk.de/) und unseren Social Media Kanälen veröffentlicht. Stay tuned!

Wir freuen uns auf eine tolle gemeinsame Zahnräder Veranstaltung und hoffen auf euer Kommen! Wir sehen uns am 14.09.2018 in Bad Wildbad!

Die Konferenz 2016

Durch den malerischen Nordwesten Münchens schallt in diesen Tagen eine entschieden aber motivierend ertönende Aufforderung: #beamaker! Geballter Ansporn hinter ein kleines Sonderzeichen gepresst, macht er schon Wochen und Monate vor Beginn der sechsten Zahnräderkonferenz eine beachtliche Runde durch die soziale Netzwerklandschaft, lässt mit jedem Posting und jeder SaveTheDate-Grafik ein kleines Stückchen mehr Aufregung zurück, und vor allem ein großes Stück an Freude.
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Der Think Tank

Der Zahnräder Think Tank dient als Impulsgeber für die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen sowie die nachhaltige Bereicherung durch innovative und kreative Erarbeitung von Lösungsansätzen. Er ist ein interdisziplinäres Netzwerk muslimischer Experten aus den verschiedenen gesellschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Bereichen, welche sich mit aktuellen und zukünftigen gesamtgesellschaftlichen Fragestellungen befasst. (mehr)

Zahnräder X

Zahnräder ist eine soziale Plattform für engagierte Muslime in Deutschland, die mit einer Idee ihre Gesellschaft aktiv mitgestalten möchten. Als Plattform bietet ZahnräderX ihnen die Möglichkeit, Feedback zu ihren Ideen und Projekten zu erhalten und sie gemeinsam mit anderen Engagierten weiterzuentwickeln, Kooperationspartner zu finden sowie ihre Ideen und Projekte einem breiten Publikum vorzustellen. (mehr)

Aktuelles aus dem Blog


  • Zahnräder fragt: Clean Energy oder doch alles nur Greenwashing? NourEnergy über Energiewirtschaft, Umweltschutz und Ressourcenschonung

Zahnräder fragt: Clean Energy oder doch alles nur Greenwashing? NourEnergy über Energiewirtschaft, Umweltschutz und Ressourcenschonung

  • Sonntag, 15 Juli, 2018

Das Thema Energie ist seit vielen Jahren omnipräsent in Medien und Diskussionen. Energiewende, Energiesparlampen, Ressourcenschonung – diese Buzzwörter schwirren täglich um uns herum. Möchte man sich näher im Internet zu einem der Punkte informieren, ist man einer großen Informationsflut ausgesetzt. Seit 2010 engagiert sich ein junges Team aus muslimischen Akademiker und Studenten dem Gemeinwohl dienende Einrichtungen hinsichtlich Ressourcenschonung zu beraten und zu unterstützen. Wir haben uns mit NourEnergy getroffen und ihnen zum Thema Energie und Nachhaltigkeit auf den Zahn gefühlt. 

ZRN: Zahnräder und NourEnergy gehen einen weiten Weg zurück. Im Jahre 2013 habt ihr mit eurem Projekt bei einer Zahnräder Konferenz den zweiten Platz gewonnen. Wie ist es euch in den letzten fünf Jahren ergangen? Wir konnten viele eurer Erfolge mitverfolgen, aber auch Rückschläge.

Tanju: In den letzten acht Jahren unseres Vereins haben wir wichtige Fortschritte gemacht. Wir haben wertvolle Kontakte geknüpft, nationale und internationale Projekte umgesetzt, haben neue Mitglieder gewonnen und sind stetig gewachsen. Aber auch Rückschläge gab es. Konkret wurde uns ein Gewinn aberkannt, aus wenig nachvollziehbaren Gründen. Jedoch konnten wir auch hier auf die Unterstützung der Zahnräder zählen und danken euch nochmals dafür. Dank der Aktion haben wie die doppelte Summe des ursprünglichen Preisgeldes erhalten.

ZRN: Ihr wart bereits in der Umsetzung einiger Projekte involviert – welche Bereitschaft wird euch am Anfang der Projekte entgegengebracht? Wie viel Aufklärungsarbeit müsst ihr leisten?

Tanju: Die Bereitschaft wächst deutlich. Vor acht Jahren war es noch nicht der Fall. Wir haben die Sensibilisierung des Themas vorangetrieben. Vor allem in der Anfangsphase musste hier viel Arbeit geleistet werden. Wir haben eine Art Vorreiterrolle auf dem Gebiet eingenommen – auch regional. So sind wir rund um Darmstadt gewachsen und haben die Region in eine wichtige Position beim Thema Energie und Umweltschutz gebracht. Allgemein ist das Vertrauen in unsere Expertise und in unser besonderes  Vereinskonzept, erfreulich gewachsen.

ZRN: Bereits seit 2010 engagiert ihr euch ehrenamtlich im Kern für die Sensibilisierung der Gesellschaft für Umweltschutz und Ressourcenschonung. Woher kommt das Gefühl der Verantwortung über dieses Thema zu informieren?

Tanju: In unserem Team ist es eine Mischung aus religiösem Antrieb und dem Verantwortungsbewusstsein für die Gesellschaft. Jeder hat natürlich eine individuelle Inspiration. Ich denke jedoch, dass gerade diese Mischung uns ausmacht. NourEnergy ist aus meinem persönlichen Engagement, Energiewirtschaft effizienter zu gestalten, herausgewachsen. Damals glaubte ich noch es rein technisch lösen zu können. Jedoch wurde schnell klar, dass Energie und Nachhaltigkeit auch eine wichtige emotionale Komponente hat. Eine emotionale Verbundenheit zur Natur ist nachwievor ein wichtiger Antrieb für unser Engagement und unsere Arbeit.

ZRN: Wieso wurde es das Thema Energie?

Tanju: Mein Ausbildungshintergrund als Energietechniker und des Teams hat hier eine entscheidende Rolle gespielt. Man hat sich bereits intensiv mit dem Thema Energie auseinandergesetzt und hat eine Lücke gesehen wie man diese Expertise einsetzen konnte.

ZRN: Umwelt liegt nicht im Fokus der Politik vieler religiöser Gemeinden, vor allem Großer. Gerät dieses Thema zu schnell in den Hintergrund?

Tanju: Ja, Umwelt scheint nach wie vor ein Randthema zu sein. Das ist jedoch nicht nur bei muslimischen Gemeinden der Fall. Wir freuen uns über einen deutlichen Wandel, der gerade in der jüngeren Generation sichtbar wird. Man setzt sich mehr mit dem Thema auseinander und es sind bereits viele vorbildliche Initiativen entstanden.

ZRN: Welches Interesse bringt euch die muslimischen Community gegenüber? Gibt es da Dialogbereitschaft?

Tanju: Das Interesse und die Wertschätzung in der Community sind spürbar. Wir haben bereits viele interessante Dialoge geführt, auch interreligiöse. Wir möchten etwas in der Gesellschaft verändern und uns nicht nur auf eine Community beschränken. Und die Menschen fragen uns aktiv um Rat und Ideen, wenn sie bei ihren Projekten nicht weiter kommen. Mit vereinten Kräften können wir deutlich mehr bewegen. Durch unsere Aufklärungsarbeit, unser Engagement und vielfältige Veranstaltungen konnten wir eine Veränderung in Gang bringen.

ZRN: Werdet ihr auch in Moscheen eingeladen, um Vorträge vor Jugendlichen zu halten?

Tanju: Wir halten auch Vorträge vor Jugendlichen. Als nachfolgende Generation sind sie ein Grundstein und es ist wichtig sie bereits in jungen Jahren zu gewinnen und auf das Thema aufmerksam zu machen. Daher liegt es uns am Herzen ihnen etwas mit auf den Lebensweg zu gehen und ihre Leidenschaft für das Thema Energie zu wecken.

ZRN: Wie können wir uns selber effektiv zu diesem Thema informieren und diplomatisch es auch in unseren Gemeinden ins Gespräch bringen?

Tanju: Entscheidend ist die Bereitschaft der Gemeinde von Innen – eine Eigenmotivation und Interesse. Eine ansprechende Gestaltung kann hierzu viel beitragen. Der übliche Weg der Suche nach Information führt ja schnell ins Internet. Durch das unübersichtliche Angebot kann man jedoch schnell in eine Sackgasse geraten. Hier lohnt es sich auf Organisationen, die auf das Thema spezialisiert sind, zuzugehen und ihre Expertise zu nutzen. Das Thema positioniert man am besten mit der Hilfe von Veranstaltungen. Wer diese vielleicht nicht selbst auf die Beine stellen kann, sollte zu anderen gehen und dort Kontakte knüpfen. Mit Hilfe eines Netzwerkes ist es viel einfacher schwere Themen zu positionieren und die Chance besteht, dass man Unterstützung bei einer eigenen Aktion bekommt.

ZRN: Ein kurzer Blick auf euren Terminkalender und euren Veranstaltungshinweisen genügt, um zu erkennen, dass ihr sehr um Dialoge bemüht seid – auch mit anderen Gemeinden, um eine Verbesserung für die gesamte Gesellschaft zu erzielen. Zu welchen Erkenntnissen kommt ihr am Ende der Dialoge mit anderen Gemeinden und Vertretern unterschiedlicher Glaubensrichtungen? Sind wir im Kern alle gleich und sollten bemüht sein gemeinschaftlich an einer bestmöglichen Lösung zu arbeiten? Wird immer noch zu viel diskutiert und zu wenig gemacht?

Tanju: Dialog ist ein wesentliches Standbein unserer Arbeit. Durch Dialoge bauen wir Vertrauen auf, bemühen uns um Verständnis und Anerkennung. Natur und Umwelt ist ein Thema, das uns alle angeht und dieser Verantwortung sollte darf sich eigentlich niemand entziehen. Diese Motivation, unsere Zukunft nachhaltig zu gestalten und unserer Gesellschaft damit einen gesunden Umgang mit der Natur zu ermöglichen, verbindet uns über Religionen und Gemeinden hinweg. Wir erkennen einen positiven Trend der “Anpack-Mentalität”. Natürlich wird noch viel diskutiert und es wird nicht immer alles umgesetzt. Aber Dialoge sind ein guter Antrieb für weitere Handlungen. Mit der Entstehung unseres Vereins haben wir eine Vorreiterrolle zum Thema Nachhaltigkeit in interreligiösen Dialogen eingenommen. Der Zuspruch ist groß. In und um Darmstadt wurde das Thema erfolgreich positioniert und eine hohe Sensibilisierung erreicht. Wir hoffen weiterhin unsere Arbeit fortzuführen, um andere Regionen zu einem ähnlichen Standpunkt zu verhelfen.

ZRN: Eure Meinung zum Nachhaltigkeitsprogramm der Regierung? Geht die Energiewende zu langsam voran?

Tanju: Deutschland ist eine führende Wirtschaftsnation und ist führend in Forschung, in die viele Investitionen fließen. Der Spagat zwischen Wirtschaft und Umweltschutz ist kein leichter. Die Verantwortlichen sind auf einem guten Weg, aber es reicht bei Weitem nicht. Der globale Einfluss ist entscheidend. Es bringt nichts als allein stehende Nation zu handeln, wenn andere es nicht tun. Wir sind alle verantwortlich für unseren Planeten. Hier wünsche ich mir mehr internationale Arbeit, um das Thema weltweit voranzutreiben.

ZRN: Habt ihr für uns ein paar Tipps und Tricks wie wir im eigenen Haushalt besser mit Energieressourcen wirtschaften können?

Tanju: Es gibt viele Wege, auf denen man besser mit Energie wirtschaften kann. Sei es den Fernseher auszuschalten, durch Stoßlüften Heizkosten zu reduzieren oder beim Kochen den Topfdeckel einzusetzen. Die Möglichkeiten sind vielfältig und ein positiver Effekt kann durch kleine Veränderungen im Alltag bewirkt werden. Zum anderen sind Photovoltaikanlagen nach wie vor finanziell lohnend. Hierbei stehen wir gerne beratend zur Seite, für alle Interessenten. In persönlichen Gesprächen erklären wir gern, wie jeder effizient Energie und Strom sparen kann.

ZRN: Viele Stromanbieter locken mit einem “grünen” Strom. Neben Anbieter, die einen angeblichen rein grünen Strom anbieten, haben auch die größeren Unternehmen den Trend erkannt und bieten neue Optionen an. Lohnt es sich hierbei auf grünen Strom um zu steigen? Wie kritisch muss man die tatsächliche Quelle des Stroms hinterfragen?

Tanju: Grundsätzlich sollte man bei Entscheidungen immer kritisch hinterfragen. Viele Anbieter betreiben ein “greenwashing” ihrer Produkte. Zertifikate und Siegel helfen einem hierbei weiter. Wir stehen jedoch auch hier beratend zur Seite und informieren über alle wichtigen Aspekte und weisen aus auf welche Punkte besonders geachtet werden sollte.

ZRN: Ihr habt zum diesjährigen Ramadan eine interessante Aktion gestartet. Wie gehen die Themen Plastikmüll und Energie zusammen?

Tanju: Unser Ramadan Plastikfasten (#RamadanPlastikfasten) hat großen Zuspruch bekommen! Die Kampagne entstand aus unserem Engagement als Umweltschutzverein heraus, um Emissionen zu verringern. Müllwirtschaft und Energie gehen eng zusammen. Eine Veränderung auf Energieträger zu fokussieren wird nicht viel bringen, wenn wir unseren Lebensstil nicht ändern. Mit der Kampagne möchten wir sensibilisieren und Inspirationen geben. Wir freuen uns sehr über den hohen Zuspruch und die vielen kreativen Umsetzungen.

ZRN: Vielen Dank für das spannende Gespräch! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

Über den Interviewten:

Tanju Doganay ist 31 Jahre alt und diplomierter Wirtschaftsingenieur. Neben seinem Engagement bei NourEnergy ist er in der Beratung für Energieeffizienz tätig. Seine Leidenschaft für das Thema Nachhaltigkeit hat er während seines Studiums mit dem Schwerpunkt Energietechnik entdeckt, denn Nachhaltigkeit spielt auch in der Energiewirtschaft eine entscheidende Rolle. Mit dem Zahnräder Netzwerk verbindet er eine langjährige Freundschaft, auf persönlicher wie auch auf professioneller Ebene. Das gemeinsame Ziel der Allgemeinheit etwas zurückzugeben und in der Gesellschaft etwas zu bewegen ist zu einer inspirierenden Verbindung gewachsen.

Über NourEnergy:

NourEnergy e.V. ist ein ehrenamtlich aktives Team für den Umweltschutz und die Gesellschaft – inspiriert durch den Islam. Das Team besteht derzeit aus muslimischen Akademikern und Studenten. Das Team hat es sich zum Ziel gemacht dem Gemeinwohl dienende Einrichtungen wie z.B. Moscheen, Kirchen, Schulen, Altersheime etc. hinsichtlich des bedeutungsvollen Themas der Ressourcenschonung zu beraten und zu unterstützen. Mehr zu NourEnergy: http://www.nour-energy.com/

Autor des Artikel: Elvira Engel